Berlin: 30 Jahre „Integration durch Sport“

Vor 30 Jahren startete in Berlin das Vorläuferprogramm zu „Integration durch Sport". Damals noch unter dem Titel „Sport für Alle – Sport mit Aussiedlern“ begannen 1989 in vier Bundesländern die ersten groß angelegten Bemühungen, den Sport als Integrationskatalysator zu nutzen.

Seitdem ist viel Zeit ins Land gezogen und im Kontext aktueller aber auch vergangener politischer und zivilgesellschaftlicher Debatten, ist Sport als Wertevermittler nicht mehr aus dem Diskurs wegzudenken.

Das Handlungsfeld wurde seit Programmstart Stück für Stück weiter erschlossen, Konzeptionen überarbeitet, Weiterbildungen implementiert und Zielgruppen angepasst. „Integration durch Sport“ richtet sich heute mehr denn je an alle interessierten Sportvereine, Engagierten und Sportler/-innen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Nationalitäten. Die vielen Erfolge des Programms sind dabei einzig auf die Menschen zurückzuführen, die es seit 1989 stetig mit neuem Leben und Ideen füllen; die sich für andere einsetzen, Sportgruppen gründen, sich interkulturellen Herausforderungen stellen und Menschen unter der Flagge des Sports zusammenbringen. 30 Jahre nach Programmstart ist es Zeit, danke zu sagen an viele tausend Helfer/-innen und Kooperationspartner/-innen. Gemeinsamkeiten verbinden! Ein Motto, das in Berlin mehr denn je gelebt wird.

Um die gemeinsame Zeit und die Erfolge im Förderprogramm mit dem organisierten Sport zu feiern, starten wir in 2019 einige tolle Projekte und Thementage. Wir möchten euch ausdrücklich einladen, zusammen mit uns in die nächsten gemeinsamen Jahre aufzubrechen.

IdS-Fußballschule – Anpfiff

In Kooperation mit dem Jugendfußballclub Berlin e.V. (Lichtenberg), SV Rot-Weiß Viktoria Mitte e.V. (Mitte) und Pfeffersport e.V. (Prenzlauer Berg) startet im Januar diesen Jahres offiziell die „Integration durch Sport – Fußballschule“. Unter Leitung unseres neuen Mitarbeiters Khaled Gharbi implementieren wir in den Bezirken neue interkulturelle Trainingsgruppen. Die Zielgruppe setzt sich dabei aus Kindern und Jugendlichen aus Notunterkünften und neuen Vereinsmitgliedern der Vereine zusammen. In einem gemeinsamen Training sollen nicht nur die Fitness und die motorischen Fähigkeiten geschult, sondern auch eine Basis für interkulturelle Freundschaften gelegt werden.

Außerdem sollen Schwerpunkte in den Bereichen Gesundheit, Sprachförderung und Konfliktmanagement gelegt werden. Dazu arbeitet „Integration durch Sport“ nicht nur mit den Trainer/-innen der Vereine zusammen, sondern zieht außerdem die Hilfe von geschultem Fachpersonal aus den Bereichen Kinderpsychologie und Pädagogik zum Training hinzu. In Berlin-Mitte wurde Ende des letzten Jahres außerdem mit großem Erfolg eine Mädchengruppe mit den gleichen Schwerpunkten gestartet. Ziel ist es, die Gruppen an die Vereine anzugliedern und möglichst schnell zu verstetigen. Dafür bilden wir die involvierten Übungsleiter/-innen über das Jahr hinweg kontinuierlich weiter und schaffen eine Grundlage für eine erfolgreiche Weiterführung des Projektes.

Eröffnung einer festen Gorodki Anlage

Eine Maßnahme, die das Programm bundesweit schon seit Jahrzenten und in Berlin bereits seit 2014 begleitet und fester Bestandteil des Förderkanons geworden ist, ist die aus Russland stammende Mannschaftssportart Gorodki. Grundgedanke des Spiels ist es, mit Holzklötzen aufgebaute Figuren mit einem Wurfstock zu treffen und wie beim Bowling vom Spielfeld zu fegen. Von Beginn an betreut Paul Schlee bereits eine Übungsgruppe in der Sportart. Nach langem hin und her darf sich die Sportart nun auf eine neue, fest installierte Sportanlage freuen.

Sportfest zum Tag der Integration

Nach dem großen Erfolg des letzten Jahres, führen wir das Sportfest zum Tag der Integration dieses Jahr in die zweite Runde. Gemeinsam mit unserem Berliner Partnerprogramm „Sportbunt – Vereine leben Vielfalt“ richten wir erneut eine sportliche Großveranstaltung im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark aus. Am 24.08.2019 bevölkern - wie im vergangenen Jahr - Stützpunktvereine und Kooperationspartner/-innen die Spielflächen im Sportpark und bieten Schnupperkurse und Einsteigertrainings in ihren Sportarten an. Von Kletterturm, über Kampfsport zu Trendsportarten; Jeder bekommt eine Chance sich auszuprobieren sowie neue Sportarten und neue Menschen kennenzulernen. Eine für alle Interessierten einmalige Chance, viele unserer Stützpunktvereine live in Aktion und direkt in ihrem Element kennenzulernen.

Sabrina Hampe (Sportbunt) und Mareike Korb (Integration durch Sport - Berlin) befinden sich bereits seit dem letzten Jahr in den Vorbereitungen, um mit dem Tag der Integration genau da anzuknüpfen, wo er in 2018 so erfolgreich zu Ende gegangen ist. Über 1000 Menschen kamen dort bereits zur Premiere des neuen Formates und genossen gemeinsam mit uns das schöne Wetter, Spiel, Spaß und Sport. In diesem Jahr wollen wir unseren Gästen noch mehr sportliche Vielfalt und Möglichkeiten anbieten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den Tag gemeinsam mit uns und den Vereinen zu verbringen. Wir freuen uns schon jetzt auf die zahlreichen Besucherinnen und Besucher.

Podiumsdiskussion – 30 Jahre "Integration durch Sport"

30 Jahre lang durften wir die Integrationsarbeit von Berliner Sportvereinen begleiten und unterstützen. Gemeinsam mit Vertreter/-innen dieser Vereine, aber auch Entscheidungsträger/-innen im organisierten Sport möchten wir die lange Zeit Revue passieren lassen. Dazu laden wir alle Interessierten zu einer Podiumsdiskussion am Rande des Sportfestes zum Tag der Integration ein. Wir schauen in die Vergangenheit des Programms, beleuchten aktuelle Herausforderungen und Baustellen und wollen versuchen, in die Zukunft zu schauen. Personen des organisierten Sports stellen sich Zuschauerfragen und erörtern weitere Pläne und Herangehensweisen für die nächsten Jahre.

Artikelserie – Eckpfeiler der Integrationsarbeit

Anlässlich des runden Geburtstages, möchten wir allen Leserinnen und Lesern der DOSB Website – Integration durch Sport, in 4 Artikeln die Eckpfeiler unserer Arbeit näher bringen. Als erstes werden wir hierfür mit dem Präsidenten des SC Borsigwalde 1910 e.V. - Carsten Polte – ein Interview führen, der mit seinem Verein bereits in den 90ern im Förderprogramm engagiert war. Außerdem beleuchten wir das Thema Weiterbildung und Qualifikation im Programm mit einem Beitrag zum Konzept „Fit für die Vielfalt“, das der DOSB eigens für „Integration durch Sport“ konzipiert und entwickelt hat. Ein weiteres Interview mit unseren beiden ältesten Mitarbeitern ergänzt das Artikelquartett um einige Ausführungen zu programminternen Entwicklungen und Anekdoten. Als letzten Beitrag möchten wir dann die Mädchen-Soccer-Serie beleuchten, die seit 12 Jahren Mädchen aus hunderten Berliner Grundschulen auf die Schulhöfe und in die Fußball AGs zieht.

Die Artikelserie soll jedem erlauben, einen genaueren Einblick in die Arbeit vor Ort zu erhalten und die Herangehensweisen des Bundeslandes Berlin besser zu verstehen.

Wir freuen uns bereits jetzt darauf, auch in den nächsten Jahren engagierten Vereinen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite stehen zu dürfen.

Vielfalt verbinden – Mit und Dank eurem Engagement!

IdS Berlin


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