Ein saarländischer Boxclub kämpft sich durch – Eine junge Vereinsgeschichte mit vielen Hochs und Tiefs

Der Boxclub Schaumberg e.V. in Sotzweiler ist ein Paradebeispiel für ein aktives Vereinsleben mit viel Engagement im Bereich der Integration.

BCSchaumberg 3
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Stillstand ist ein Fremdwort für den noch jungen Verein. Seit der Gründung im Jahr 2013 musste der Verein auf seinem Weg bereits viele Schläge einstecken und neue Wege einschlagen. Aber das Kämpfen lohnt sich! Nach fünf Jahren als eigenständiger Verein gehört der Club in Tholey als einziger Verein im Norden mit über 100 Mitgliedern zu den größten Boxclubs im Saarland.

Gegründet wurde der Verein 2013 von zwei Cousins, Alexander und Fabian, mit der Intention, das vorurteilbehaftete Bild des Boxens abzubauen, die oft vergessenen Werte des Sports wie Disziplin, Konzentration, Selbstkontrolle und Kampfgeist neu aufleben zu lassen und den Boxsport auch im nördlichen Saarland publik zu machen. Besonders die Gewinnung und Förderung der Jugend steht ganz oben auf der Vereinsagenda.

Doch gleich nach der Gründung mussten einige Rückschläge überwunden werden. Aufgrund der hohen Dichte an Trainingsgruppen in der Heldenrechhalle in Sotzweiler konnte das Training erst zu späten Zeiten stattfinden. Durch die hinzukommenden Auf- und Abbauzeiten des Boxrings und der Boxsäcke vor und nach jedem Training war es unmöglich, gerade im Jugendbereich Mitglieder zu gewinnen.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten kämpfte der Boxclub weiter und fand schließlich die ideale Trainingsstätte. Mit angespartem Eigenkapital und vielen ehrenamtlich helfenden Händen konnte das Gasthaus John in Sotzweiler innerhalb von acht Wochen zu einem richtigen Boxclub umgebaut werden. Dabei ist der Konzertsaal zu einem beeindruckenden Trainingsfeld geworden. Auf der ehemaligen Bühne wurde ein Boxring errichtet, die ehemalige Zuschauerfläche für Konzertbesucher ist nun eine einzige Trainingsfläche aus Matten. Der etwa 160 Quadratmeter große Raum wurde unter anderem unter Mithilfe der LSVS- Stabsstelle „Integration mit Hilfe von Sport“ mit Matten und Boxmaterialien ausgestattet. Neben dem Hauptraum richtete sich der Verein durch Spenden einen eigenen Kraftraum ein. Für das gesellschaftliche Vereinsleben wurde aus der Kneipe des Konzertsaals ein gemütliches Clubheim, in welchem Besprechungen stattfinden oder nach dem Training zusammengesessen wird. Dabei versprüht die rustikale Einrichtung des einst für Musikkonzerte vorgesehenen Gasthauses einen ganz eigenen, urigen Charme, der die gesamte Vereinsstätte einzigartig macht.

Nach der Eröffnung des eigenen Clubs im April 2017 wurde schnell deutlich, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Insgesamt 60 neue Mitglieder, davon 33 Jugendliche unter 18 Jahren, konnten innerhalb kürzester Zeit gewonnen werden. Aufgrund des rasanten Zuwachses und der großen Nachfrage bildete der Club sogar fünf weitere Übungsleiter aus.

Wenn man heute mit dem Auto durch Sotzweiler fährt, ist der Boxclub Schaumberg unübersehbar. Das Vereinsheim im ehemaligen Gasthaus John liegt unmittelbar an der Ortshauptstraße und ist durch Leuchtschilder sofort erkenntlich. Das besondere Flair und die familiäre Atmosphäre zeichnen den Verein aus und sind beim wöchentlichen Training sofort spürbar. Bei einer gewöhnlichen Trainingseinheit nehmen in der Regel etwa 15 bis 30 Mitglieder teil. Dabei spielen das Alter, das Geschlecht, die Herkunft oder der sportliche Leistungsstand keine Rolle. Auf der Mattenfläche im Boxclub trainieren alle gemeinsam, jeder geht bis an seine persönlichen Grenzen. Nach einem gemeinsamen Aufwärmprogramm folgt ein allgemeines Kraft- und Ausdauertraining, bei welchem jeder die Möglichkeit hat, angestaute Energie abzubauen und einen Ausgleich vom Alltagsstress zu finden. Denn wider vieler Vorurteile gegenüber dem Boxsport ist es bei dem Training Grundvoraussetzung, mit sich selbst im Einklang zu sein. So trainiert ein Großteil der Vereinsmitglieder ohne Wettkampfambitionen, um sich körperlich und geistig fit zu fühlen.

„Nur für diejenigen, die sich für das Boxen als Wettkampfsport interessieren, werden Sparringseinheiten angesetzt. Es wird allerdings stets darauf geachtet, dass die Grundtechniken einwandfrei beherrscht werden bevor ein Zweikampf im Ring gestartet wird. Im Sparring passt sich zudem grundsätzlich der stärkere Boxer dem unterlegenen an, um so ein beiderseitiges Lernen und eine Weiterentwickelung zu ermöglichen“, weiß Pascal Schmidt, der selbst boxt und sich schon lange ehrenamtlich beim Boxclub engagiert.

Neben den normalen Trainingszeiten dreimal in der Woche engagiert sich der Boxclub bei vielen weiteren sozialen und integrativen Projekten.

So besteht beispielsweise seit 2015 eine Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendwohngruppe in Oberthal und dem Magaretenstift im Hofgut Imsbach.

Darüber hinaus ist der Boxclub Schaumberg seit Vereinsgründung im Jahr 2013 aktiv dabei, Personen mit Migrationshintergrund zu unterstützen und in das Vereinsleben zu integrieren. Neben einer Kooperation mit der Flüchtlingshilfe in Schaumberg war der Boxclub aufgrund des besonderen Engagements im Bereich der Arbeit mit Migranten und sozial schwächeren Menschen Stützpunktverein bei Integration durch Sport. Mit Hilfe der LSVS-Stabsstelle wurden für den Verein trainingsrelevante Materialien angeschafft.

Seit dem Schuljahr 2016/17 besteht zudem eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Theley, die sich gerade durch ihre Sportausrichtung auszeichnet. Da der durchgeführte Boxworkshop an einem Samstagmorgen im Februar 2017 mit 29 freiwilligen Schülerinnen und Schülern ein voller Erfolg war, ist das nächste Ziel, neben dem Boxworkshop eine eigene Box-AG an der Schule zu gründen.

Auch jährlich stattfindende Großveranstaltungen in der Umgebung gehören mittlerweile zum festen Bestandteil im Kalender. So wird der Sporttag am Bostalsee zur Vereinsvorstellung und Mitgliedergenerierung genutzt. Das absolute Highlight stellt das Box-Open-Air auf dem Schaumberg-Plateau dar. Seit 2015 lockt die Veranstaltung jedes Jahr rund 1000 Zuschauer auf den Schaumberg. Bei dem vereinseigenen Wettkampf treten Athleten aus dem gesamten Saarland sowie den Grenzgebieten Rheinland-Pfalz, Frankreich und Luxemburg in drei Mal dreiminütigen Runden gegeneinander an. Livemusik, Verpflegungsstände sowie die beeindruckende Atmosphäre auf dem Schaumberg-Plateau machen das Event einzigartig.  


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