„Fahrrad fahren lernen“ auf der Wunschliste

Was für Sport- und Bewegungsangebote wünschen sich neu in Deutschland angekommene Frauen in Bremerhaven? Mit dieser simplen Frage zog Susanne Schultz, dato Sportlotsin für das Programm „Integration durch Sport“ durch Sprach- und Integrationskurse der Stadt, um geflüchtete Frauen, die sonst kaum am Sport- und Vereinsleben beteiligt sind, direkt zu erreichen. Ganz oben auf der Wunschliste: „Fahrrad fahren lernen“ und „Schwimmen lernen“.

Die neuen Radfahrerinnen
Die neuen Radfahrerinnen

Da das Thema Schwimmen in der Integrationsarbeit des Landessportbundes seit Jahren einen Kernbereich bildet, konzentrierten sich die Bemühungen erstmals auf die Realisierung eines Fahrradlernkurses für Migrantinnen. Auch wenn es nach der Befragung im Herbst bis zur Realisation im Frühling etwas Zeit brauchte, waren die 10 Plätze für den zweiwöchigen Kurs fix ausgebucht.

Am 25. März ging's los: Am Montagnachmittag standen die 10 bunt zusammengewürfelten Damen staunend vor einem Roller auf dem Hinterhof des „Die Theo“ – einem Zentrum vielfältiger Projekte, Unternehmungen und Vernetzung um Familie, Arbeit und Kultur. Als Übungsgelände für die Fahreinheiten des 14-tägigen Kurses diente der Schulhof der Lutherschule Bremen-Lehe.
Die Radkursleiterin vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Bremen, Gertrud Schumpp, erklärte den Frauen das „Gefährt“ und stattete die Gruppe mit Rollern und Helmen aus. Am Starttag erlebten die Frauen so einen sanften und frustfrei rollenden Einstieg in die Welt der zwei Räder. „Die Teilnehmerinnen sind mit beachtlicher Motivation dabei und beharrlich“ freut sich Gertrud Schumpp nach der ersten Trainingswoche „und das trotz des miesen Wetters“.
Kälte, Wind und Graupelschauer schienen so weitestgehend am sportlichen Ehrgeiz der Teilnehmerinnen abzuprallen. „Endlich habe ich die Chance, Fahrradfahren zu lernen“ sagt Atefe sichtlich glücklich. Wie die meisten der Frauen hat sie in ihrer Heimat nie Fahrrad fahren gelernt oder lernen können. Zu Beginn des Unterrichts standen vor allem Gleichgewichtsübungen auf dem täglich zweistündigen Programm, später kam etwas praxisnahe Theorie hinzu, die während kleinen gemeinsamen Radtouren vermittelt wurde.
Durch zwei krankheitsbedingte Ausfälle auf der Zielgeraden profitierten am Ende acht Frauen in vollem Maße von ihrer neu erworbenen Mobilität und dem gewonnenen Selbstvertrauen: „Frau Gudrun hat das toll gemacht. Ich habe jetzt den Mut Fahrrad zu fahren, egal bei welchem Wetter.“ resümiert eine weitere Teilnehmerin. „Ich freue mich auf eine gemeinsame Tour mit meinen Kindern und meinem Mann, wenn es warm ist. Ich muss jetzt nicht mehr mit dem Bus hinterherfahren.“ 
Der Fahrradlernkurs wurde vom Programm „Integration durch Sport“ in Kooperation mit dem LuNA-Projekt und dem ADFC durchgeführt.


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