„Fit für die Vielfalt“ im Stützpunktverein in Roth

13 Übungsleiter/innen und Trainer/innen, Mark Sauerborn, Bildungsreferent des Programms „Integration durch Sport“ und sein arabischsprachiger Assistent Husein Al-Abadi verwandelten am 11.6.2016 von 9 bis 13 Uhr die Turnhalle des Gymnasiums in Roth in ein interkulturelles Erlebnisfeld.

Fit für die Vielfalt in Roth. Foto: Verweyen/IDS
Fit für die Vielfalt in Roth. Foto: Verweyen/IDS

Bei theoretischen und praktischen Übungen machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars ihre eigenen Vorurteile bewusst und hinterfragten „Schubladendenken“.

Kennenlernrunden, bei denen jeder versucht, sein unbekanntes Gegenüber anhand von Äußerlichkeiten einzuschätzen, führen allen vor Augen, dass Einschätzungen einer Person mit traumwandlerischer Sicherheit richtig liegen, aber auch weit an der Realität vorbei gehen können. „Jeder ist beeinflusst von persönlichen Vorerfahrungen, Emotionen und Vorurteilen, die auch vor ganzen Ländern und dem anderen Geschlecht keinen Halt machen. Sich dies bewusst zu machen, ist schon ein sehr guter erster Schritt,“ betont Mark Sauerborn.

Bei Sportübungen, die auf Arabisch angeleitet wurden, versetzt Hussein Al-Abadi die Teilnehmer in die Rolle eines Geflüchteten, der seinen Trainer nicht versteht und versucht, sich in einem neuen sportlichen und sozialen Umfeld zurechtzufinden und einzufügen. Die Erfahrungen, die die Teilnehmer hierbei machen, spiegeln die Erlebnisse von Geflüchteten wider, die sich in einer neue Sportgruppe nicht der Sprache als Kommunikationsmedium bedienen können, sondern auf Gesten, das Vormachen von Übungen und die Geduld ihrer Mitsportlerinnen und -sportler angewiesen sind.

Begleitende Kooperations- und Paarübungen nehmen während des gesamten Seminars eine besondere Rolle ein: Sie führen zu einem ersten Kennenlernen, fördern die Kommunikation der Teilnehmer untereinander und wirken vertrauensbildend. Im besten Fall wirken sie darüber hinaus teambildend, lassen Berührungsängste verschwinden und sorgen für ein tiefer gehendes Verständnis zwischen Menschen verschiedener kultureller und religiöser Hintergründe. „Das Seminar war eine wertvolle Erfahrung und hat mir vor Augen geführt, wie sehr ich in der Beurteilung anderer immer noch von meinen eigenen Erfahrungen und Assoziationen beeinflusst werde“, fasst eine Teilnehmerin zusammen.

Text: Laura Verweyen/IDS


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