Integrationstreffen brachte guten Austausch zwischen Vereinen

Auf Einladung des Kreissportbundes Unstrut-Hainich trafen sich Vereinsvertreter im Sporthotel Mühlhausen, um sich über den aktuellen Stand der sportlichen Integration im Landkreis auszutauschen. Aktuell engagieren sich 23 Vereine und zwei ungebundene Sportgruppen für die Einbeziehung von Migranten in den organisierten Sport. Markus Fromm, regionale Fachkraft im Programm „Integration durch Sport“, zog Bilanz über das Engagement der Vereine, die Integrationsarbeit im Unstrut-Hainich Kreis leisten. Das LSB-Projekt "Regionale Fachkräfte „Integration durch Sport“ wird gefördert durch das Thüringer Landesverwaltungsamt und das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz.

Sportvereine des KSB Unstrut-Hainich mit Sportangeboten für Zugewanderte im Austausch im Sporthotel Mühlhausen
Sportvereine des KSB Unstrut-Hainich mit Sportangeboten für Zugewanderte im Austausch im Sporthotel Mühlhausen

Auf etwa 220 bezifferte Markus Fromm die Anzahl der Sporttreibenden mit Migrationshintergrund im Wirkungsbereich des Kreissportbundes. Damit sind seit Jahresbeginn erkennbar mehr Sport Interessierte in den Vereinen aktiv geworden. Die Vorsitzende des Kreissportbundes Unstrut-Hainich, Kerstin Wagner-Hohage dankte allen Anwesenden für ihr Engagement zur "Integration durch Sport" mit Geflüchteten und weiteren Menschen mit Migrationshintergrund. Das durch Zuwanderung Chancen für die Vereine bestehen, ihre Mitgliederzahlen durch die neuen Einwohner stabil zu halten oder gar zu erhöhen, darüber waren sich alle einig. Im anschließenden Austausch erfolgte eine rege Diskussion, wie man beispielsweise Geflüchtete noch intensiver ins Vereinsleben einbinden kann.

Über die Vorstellung des LSB-Projektes „Spiel Mit!“, welches Sportvereine in Thüringen in ihrer interkulturellen Öffnung unterstützt, kam man schnell in den Austausch. Dabei wurde deutlich, dass durch sprachliche Barrieren und kulturell bedingte Unterschiede die Integration nicht von jetzt auf gleich abgeschlossen ist. Ein Verein bietet aber eine hervorragende Plattform, um Brücken zwischen Deutschen und Zugewanderten zu bauen. Ein schönes Beispiel ist der Boxclub Mühlhausen, welcher neben dem Training auch Deutschkurse für die Mitglieder anderer Herkunft anbietet.

Gesprochen wurde auch über oft schwierige Sachverhalte, wie den Transport der Sportler aus kleineren Orten zu den Trainingsstätten. Einige Vereine wie der SV Fortuna Körner würden gern noch mehr Sportler aufnehmen. Mehrheitlich scheitert es jedoch an der Logistik, um die Kinder aus der Unterkunft in Obermehler auf den Sportplatz zu bringen. Der Kreissportbund unterstützt hier die örtlichen Akteure mit seinen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Ein schöner Beitrag war die Einbeziehung von Kindern in die Feriencamps des SSV 07 Schlotheim durch das Jugendfußball-Leistungszentrum. In Bad Langensalza, Thamsbrück und Großengottern sind einige Migranten in den jeweiligen Vereinen im Fußball und der Leichtathletik aktiv, so dass hier bereits von gelingender Integration gesprochen werden kann. In Mühlhausen haben ebenfalls zahlreiche geflüchtete Sportfreunde den Weg zum Verein gefunden. In den Sportarten Volleyball, Schwimmen, Schach, Badminton und Boxen bzw. Kickboxen sind jede Woche integrative Trainingsgruppen beim gemeinsamen Training zusammen, im Karate, Tennis und Tischtennis haben einige Geflüchtete zumindest hineingeschnuppert. In drei Mühlhäuser Fußballvereinen bestreiten dagegen jugendliche und erwachsene Kicker anderer Nationalitäten Woche für Woche sogar Punktspiele. Dies ist auch in Hüpstedt der Fall, wo der Verein sehr gut mit der Betreuungseinrichtung für unbegleitete Minderjährige in Eigenrode zusammenarbeitet. Dennoch ist insgesamt noch viel Potenzial vorhanden, denn der Integrationsprozess benötigt entsprechende Zeit. „Vielen Geflüchteten ist die Rolle und das Selbstverständnis eines Sportvereins nicht bewusst. Dass auch ehrenamtliches Arbeiten und Eigeninitiative dazu gehört, das wollen wir Stück für Stück vermitteln“, so die Vorsitzende des Kreissportbundes. „Positiver Nebeneffekt ist, dass im Verein ganz nebenbei die deutschen Sprachkenntnisse ausgebaut werden, was den Geflüchteten schnelleren Anschluss an die Gesellschaft bringt“, ergänzte Markus Fromm. Langfristig wünscht sich der Kreissportbund, dass Migranten Aufgaben in den Vereinen übernehmen und sich als Übungsleiter oder Helfer bei Vereinsfesten einbringen. Über diese und weitere Möglichkeiten der Integration durch Sport diskutierten die Anwesenden im Sporthotel ausgiebig.

Unterm Strich brachte der Abend viele interessante Erkenntnisse für alle Anwesenden. „Wir können nichts dafür, dass die Welt sich so entwickelt hat, wie sie ist. Aber wir können hier vor Ort unsere Kräfte einsetzen, um den aus Krisenregionen geflohenen Menschen zu helfen. Der organisierte Sport bietet sehr gute Rahmenbedingungen. Ich danke allen Aktiven herzlich für ihr Engagement und gebe ihnen viel Motivation mit für die weiteren Aufgaben!“, fasste es Kerstin Wagner-Hohage zusammen.


  • Sportvereine des KSB Unstrut-Hainich mit Sportangeboten für Zugewanderte im Austausch im Sporthotel Mühlhausen
    Sportvereine des KSB Unstrut-Hainich mit Sportangeboten für Zugewanderte im Austausch im Sporthotel Mühlhausen
    Foto: KSB Unstrut-Hainich e.V.
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    Foto: KSB Unstrut-Hainich e.V.

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