Landessportbund Bremen und SV Werder erhalten Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon

Der Landessportbund Bremen (LSB) und der SV Werder Bremen sind gemeinschaftlich mit dem 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon ausgezeichnet worden. Die diesjährige Wahl sei vor allem deshalb getroffen worden, „weil sich beide Vereine so entschieden gegen rechte, nationalistische und demokratiefeindliche Bestrebungen gewandt haben“, sagte Klaus Hübotter, Vorstandsmitglied und Hausherr der Villa Ichon.

Andreas Vroom (l., LSB) und Hubertus Hess-Grunewald (Werder) nahmen den 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon stellvertretend von Klaus Hübotter (r.) entgegen.
Andreas Vroom (l., LSB) und Hubertus Hess-Grunewald (Werder) nahmen den 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon stellvertretend von Klaus Hübotter (r.) entgegen.

Die Preisübergabe fand im wohl kleinsten Rahmen ihrer Geschichte und dabei einmalig im WUSEUM, dem Vereinsmuseum des grün-weißen Bremer Traditionsvereins, statt. Die feierliche Veranstaltung, die für den 31. März in der oberen Rathaushalle geplant war, musste aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie abgesagt werden.

Unter den eigentlich mehreren Hundert Gästen dieses Events wären vor allem viele Ehrenamtliche und Übungsleiter*innen der Bremer und Bremerhavener Vereine gewesen, die mit ihrer Haltung und ihrem Engagement einen zentralen Teil der gelebten demokratischen Einstellung des Bremer Sports tragen.
Speziell seit 2015 sind die sozialen Projekte des LSBs, das Projekt "Sport interkulturell", "Sport gegen Gewalt, Intoleranz und Rassismus" sowie das Programm „Integration durch Sport“ und viele Sportvereine zusammengerückt und haben sich in Zeiten der Krise mit Dialog und ihrem Einsatz für Geflüchtete und damit gesellschaftlichen und friedlichen Zusammenhalt in Sport und Gesellschaft stark gemacht. 

Dafür sagen wir auch ohne offiziellen Rahmen von Herzen Danke!

Stellvertretend nahmen LSB-Präsident Andreas Vroom und Werder-Präsident sowie Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die Auszeichnung von Villa-Ichon-Vorstandsmitglied Dr. Klaus Hübotter, entgegen. Alle drei bedauerten den Ausfall der festlichen Preisverleihung in der oberen Rathaushalle. Schauspieler Matthias Brandt, Sohn des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt, und die dem Sport sehr verbundene SPD-Politikerin Ingelore Rosenkötter hätten dieses Jahr die Laudationes gehalten.

Die Gesundheit aller Menschen stünde in diesen schwierigen Zeiten jedoch an erster Stelle, fügte der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiernde, Hübotter jedoch an. „Das ist schade, aber in Zeiten wie diesen müssen wir alle besonders rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst sein“, so auch Vroom.

Im Namen des Landesportbundes Bremen dankte der Präsident bei der Übergabe den Vorstandsmitgliedern der Villa Ichon für die Anerkennung, die dem LSB auf diesem Weg zuteilwerde. „Ich nehme die Auszeichnung mit Stolz und Dankbarkeit für die tägliche Arbeit und Haltung unserer Mitgliedsorganisationen und Mitarbeiter entgegen“, sagte Vroom.

Innerhalb Werders habe sich vor allem Präsident und Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald der Auszeichnung verdient gemacht. „Er hat sich mehrfach entschieden gegen rechte Machenschaften gestellt und klar gesagt, dass Neonazis nichts beim SV Werder Bremen zu suchen haben“, so Hübotter. „Diese klare Haltung zeichnet Werder aus.“

Hess-Grunewald wies wie Vroom ebenfalls auf die Mitglieder, Mitarbeiter, Sportler und Fans von Werder hin, die täglich für die Werte des Vereins einstünden. „Diese renommierte Auszeichnung ist für uns eine große Ehre. Sie ist Anerkennung unserer Bemühungen, engagiert für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einzustehen und fremdenfeindlichen oder diskriminierenden Tendenzen als gesamter Verein mit aller Kraft entgegenzutreten“, so der Geschäftsführer der Grün-Weißen.

Der Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon ist mit 5000 Euro dotiert und wird seit 1983 jährlich vom Verein der Freunde und Förderer der Villa Ichon Bremen e.V. vergeben. Als Preisträger werden „Bremer Kulturschaffende oder Bremer Kulturgruppen für ein Werk oder Wirken, das zugleich ein eindeutiges Bekenntnis zum Frieden darstellt und von hohem kulturellem Rang ist“, ausgewählt. 2008 wurde Werder durch seinen ehemaligen Fußballprofi und heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats Marco Bode nebst Persönlichkeiten wie Udo Lindenberg oder Dieter Senghaas, schon einmal mit einer Auszeichnung bedacht. Die am Goetheplatz befindliche Villa Ichon steht seit 1973 unter Denkmalschutz. Anfang der 1980er-Jahre wurde sie im Auftrag des ehemaligen Bremer Bauunternehmers Klaus Hübotter restauriert. Seither ist die Villa Ichon eine Begegnungsstätte für kulturelle und soziale Vereinigungen. Mehrere Organisationen, darunter Amnesty International, die Deutsche Friedensgesellschaft und das Bremer Friedensforum, haben hier ihren Sitz. 


  • Andreas Vroom (l., LSB) und Hubertus Hess-Grunewald (Werder) nahmen den 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon stellvertretend von Klaus Hübotter (r.) entgegen.
    Foto: Andreas Vroom (l., LSB) und Hubertus Hess-Grunewald (Werder) nahmen den 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon stellvertretend von Klaus Hübotter (r.) entgegen.

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