Landtagsabgeordnete besuchen inklusiv-integratives Reitprojekt in Presen

Bernd Küpperbusch, Vizepräsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein (LSV), hat am 24. Juni gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Peer Knöfler (CDU) und Jörg Hansen (FDP) aus dem Kreis Ostholstein sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern des LSV und des Kreissportverbandes Ostholstein ein von der Integrationslotsin Nadine Witt initiiertes inklusiv-integratives Reitprojekt des Fehmarnschen Ringreitervereins in Presen auf der Insel Fehmarn besucht. Dieses Projekt, das die Integrationslotsin gemeinsam mit ihrer Projektpartnerin Nina Weilandt umsetzt, steht stellvertretend für die wichtige und nachhaltige Arbeit aller in 2019 beschäftigten 46 Integrationslotsinnen und -lotsen in allen 15 Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins.

 

 

Die Integrationslotsen Valentin Gepper (TSV Neustadt, links), Nadine Witt (Fehmarnscher Ringreiterverein/SV Fehmarn) und Jörg Ilinseer (VfL Bad Schwartau) berichteten über ihre Integrationsarbeit in Ostholstein.

Integrationslotsen sind Bindeglied zwischen Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten und den Sportvereinen und -verbänden. Sie fungieren auch als Ansprechpersonen für die Kreise und Kommunen und ermitteln Wünsche und Bedarfe aller Seiten und stimmen diese aufeinander ab. Bei dem reitpädagogischen Integrationsprojekt haben geflüchtete Kinder die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit Pferden zu gehen und den Umgang mit den Tieren zu lernen. Durch die reitpädagogische Betreuung wird eine ganzheitliche Förderung der individuellen Möglichkeiten der Kinder hergestellt, von der Kontaktaufnahme bis zur Bewegungsschulung. So können auch Kinder aus traumatisierten Flüchtlingsfamilien Schritt für Schritt wieder Vertrauen aufbauen und es kann ihnen über den Sport die soziale Integration erleichtert werden.

 

LSV-Vizepräsident Bernd Küpperbusch (ganz links) und die Ostholsteiner Landtagsabgeordneten Jörg Hansen (FDP) und Peer Knöfler (CDU) (rechts) zollten dem von Nadine Witt und Nina Weilandt angebotenen integrativ-inklusiven reitpädagogischen Projekt viel Lob.

Bernd Küpperbusch erinnerte beim Besuch daran, dass die Integration von Flüchtlingen „keine ureigene Aufgabe des Sports“ sei und der LSV das Projekt „Integrationslotsen im Sport“ als ausgesprochen wichtig erachte. Der LSV-Geschäftsführer Vereins- und Verbandsentwicklung/Breitensport Thomas Niggemann ergänzte im Hinblick auf die vom Land für 2020 angekündigte geplante deutlich reduzierte Förderung: „Die Weiterführung der Projekte können wir aus Eigenmitteln nicht stemmen.“ Die 1. Vorsitzende des Kreissportverbandes Ostholstein, Birgit-Kamrath-Beyer, die sich ebenfalls ein eigenes Bild über die Integrationsarbeit vor Ort machen wollte, hob die große Bedeutung der sportintegrativen Arbeit hervor und machte unmissverständlich klar: „Eine finanzielle Kürzung würde sich fatal auswirken.“ Es müsse alles dafür getan werden, dass diese „notwendige und gesellschaftlich wertvolle Arbeit“, so Kamrath-Beyer.

Jörg Hansen, sportpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, sprach von einem „fantastischen Modell“, das in ein nachhaltiges System überführt werden müsse. Die Sportvereine seien dabei ein „belebendes Element, die Dinge fortzuentwickeln“, so Hansen. Ähnlich beeindruckt vom vorgestellten Projekt zeigte sich Peer Knöfler, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Die Erfordernis einer Weiterführung sieht er auch. „Egal, wo die Kohle herkommt“, spielte Knöfler auf die unterschiedlichen Ressorts und Haushaltstitel an.

Im Rahmen des Projektbesuches haben auch die beiden ebenso in Ostholstein tätigen Integrationslotsen Valentin Gepper (TSV Neustadt) und Jörg Ilinseer (VfL Bad Schwartau) aus ihren Projekten im Boxen, im Fußball und darüber hinaus von ihren Erfahrungen berichtet. Ein weiterer Integrationslotse mit syrischen Flüchtlingserfahrungen, Bahaa Mohammad, organisiert neben einigen Sportmöglichkeiten in Eutin Schwimmkurse für Mädchen und Frauen mit Fluchtgeschichten u.a.. „Integrationslotsen im Sport“ ist ein Projekt des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Das Landesprojekt „SPORT FÜR ALLE-mit Flüchtlingen“ wird vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein gefördert, seit Januar 2019 auch von der EU. Mit diesen Fördermitteln können seit Juli 2016 sogenannte Integrationslotsinnen und Integrationslotsen in Sportvereinen und -verbänden in ganz Schleswig-Holstein bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt werden. Ziel ist es, Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten sowie sozial benachteiligte Menschen für den Sport zu begeistern, in die Vereine/Verbände zu integrieren und sie dadurch am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.

Direkte Ansprechpartner im LSV zu diesem Thema sind Karsten Lübbe (karsten.luebbe@lsv-sh.de, Tel. 0431-6486-107) und Sebastian Reiter (sebastian.reiter@lsv-sh.de, Tel. 0431-6486-106). Stefan Arlt


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