Neue Erfahrungen mit dem nassen Element

"Schwimmkurse für Frauen sind stark nachgefragt. Lange Zeit konnten wir diesen Bedarf nicht bedienen, da es keine freien Wasserzeiten gab. Diese Situation hat sich glücklicherweise geändert, denn nun stehen uns geeignete Badzeiten und eine erfahrene Schwimmlehrerin zur Verfügung", so Kirsten Wolf, Leiterin des Programms "Integration durch Sport". Angemietet werden konnte dafür das "Aquafit" bei den Bremer Bädern, ein vor Blicken geschütztes, kleines Hallenbad auf dem Klinikum-Gelände Mitte. Seit Mai diesen Jahres können Frauen hier nun zweimal wöchentlich intensiv Schwimmen lernen.

©LSB/NRW/Foto: A. Bowinkelmann
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Zu Beginn eines jeden Kurses findet eine längere Phase der Wassergewöhnung statt, um die Frauen möglichst sanft an das Element Wasser heranzuführen. "Einige von ihnen haben schon ihre gesamte Lebenszeit über Angst vor dem Wasser, die sie erst überwinden müssen, um überhaupt anzufangen, sich im Wasser eigenständig und kontrolliert zu bewegen" berichtet die Schwimmtrainerin Anka Sander. "Es ist einfach schön, zu beobachten, wie die Frauen ihre Unsicherheiten ablegen, ein besseres Körpergefühl entwickeln und das Schwimmen lernen: ein Prozess, der sie ganz offensichtlich enorm stärkt. Darüber hinaus entdecken die Frauen im Kurs den Spaß am Element Wasser und viele sind überrascht, dass Wasser auch trägt und entspannt."

Die Schwimmlernkurse finden am frühen Morgen statt, wenn die Kinder in der KiTa oder Schule sind. Mit einer Gruppengröße von maximal acht Frauen werden die Kurse durchgeführt. Das sind nicht viele, die Zahl der Interessentinnen ist weitaus höher. Die Kurse sind international besetzt: In den letzten beiden Kursen waren Frauen aus Syrien, der Türkei und dem Iran beteiligt, darunter auch zahlreiche Musliminnen. Die meisten der Frauen haben Kinder, für die sie Vorbild sein wollen und zugleich erfahren sie, wie wichtig das Erlangen der Schwimmfähigkeit im möglichst frühen Kindesalter ist.  Informationen über kostengünstige Schwimmlernmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche werden ihnen mit auf den Weg gegeben.

Zum Abschluss des letzten Kurses besuchte die Gruppe gemeinsam mit der Schwimmlehrerin den Frauenschwimmtag in Tenever im Bremer Osten. Ein positives Erlebnis, denn hier in den größeren Schwimmbecken konnten sie ihre Schwimmfähigkeiten testen und weiterentwickeln. Sogar einen Kopfsprung vom Startblock haben einige von ihnen hier gelernt.

Am 15. Oktober 2018 ist nun der dritte Schwimmlernkurs gestartet, für den eine geringe Teilnehmer-Gebühr erhoben wird. Organisiert und koordiniert werden die Kurse vom Programm des "Integration durch Sport" des Landessportbundes Bremen.

Die Organisatorinnen sind von der Sinnhaftigkeit dieser Kurse überzeugt, da sie einen Beitrag dazu leisten, dass Frauen mit Zuwanderungsgeschichte auch aus einkommensschwachen Kontexten wichtige Gesundheits- und Lebenskompetenzen entwickeln können und für die Erlangung der Schwimmfähigkeit ihrer Kinder aktiv werden. 

 

 

 

 


  • ©LSB/NRW/Foto: A. Bowinkelmann
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