Neue Wege für die Integration in Nordfriesland

Der Kreissportverband (KSV) Nordfriesland und der LSV Schleswig-Holstein luden Ende November Übungsleiter und pädagogische Fachkräfte zum Fachtag „Interkulturelle Begegnung“ nach Husum ein. Unter dem Motto „Neue Chancen – Neue Wege“ diskutierten fünfundzwanzig Frauen und Männer über interkulturelle Begegnungen in Sportvereinen und sozialen Einrichtungen.

Als Einführung tauschten sich die Teilnehmenden zunächst über Fragen zum Integrationsprozess in Deutschland aus. Auf die Frage der Moderatoren Lena Zaitseva und Viktor Burnaschow: „ Wann ist ein Integrationsprozess eigentlich abgeschlossen?“, wählten die meisten Teilnehmenden die Aussage „Wenn man das Gefühl hat, angekommen zu sein“ oder die Aussage „Wenn die Ängste der Aufnahmegesellschaft überwunden wurden“. In der folgenden lebhaften Diskussion wurden Themen wie die ständige Frage: „Woher kommen Sie?“ an schon sehr lange in Deutschland lebende Menschen mit Migrationshintergrund besprochen. Einige Anwesende äußerten ihre Verärgerung darüber, dass selbst in Deutschland geborene Kinder z.B. in einer Schule danach gefragt wurden. Mit viel Engagement starteten anschließend drei Workshops zu Themenfeldern wie Frauen im Sport, Auswirkungen von Religion auf den Sport und den schulischen Unterricht, sowie Verhalten bei Gewalt im Sport.

Die Teilnehmenden des Workshops „Frauen im Sport und Elternarbeit“ erarbeiteten einige Vorschläge für die Praxis in Sportvereinen. So wurde betont, dass es wichtig sei, die Mütter der Migrantenfamilien für den Vereinssport zu begeistern. „Wenn die Mütter in den Verein kommen, nehmen auch die Töchter teil“, berichtete eine Übungsleiterin. In der Diskussion entwickelte sich die Aufforderung an Übungsleitende, auch einmal einen Perspektivwechsel vorzunehmen, um sich auch die Situation in den Sportgruppen aus Sicht der Migrantinnen vorstellen zu können.

Für die Elternarbeit wurde eine direkte Ansprach der Eltern und eine aktive Aufforderung zur Mitarbeit im Vereinsleben vorgeschlagen.

In Bezug auf die Bedeutung von Religion im Sport empfahlen die Teilnehmenden, die Fastenzeit in den Sportvereinen zu berücksichtigen und getrennte Schwimmgruppen für Mädchen und Jungen anzubieten. Im Workshop „Verhaltenskultur in Bezug auf Aggressivität und Gewalt beim Sport“ wurden auftretende Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien beim Sport diskutiert. Als wichtig wurde empfunden, die Übungsleitenden ausführlich über ethnische Gruppen und Konflikte in den Herkunftsländern zu informieren, um bei den Sportgruppen auftretende Streitigkeiten besser verstehen zu können und diesen vorzubeugen.

Am Nachmittag zogen der Integrationslotse des KSV Nordfriesland, Siavash Nassir Shahnian und die Moderatoren ein positives Fazit der Veranstaltung in der Aula der Theodor Storm Schule. Viele neue Denkanstöße für die Arbeit in den Vereinen und in den sozialen Einrichtungen wurden mitgenommen.

 

 

 


  • Aufwärmübungen beim Fachtag
    Aufwärmübungen beim Fachtag
  • Der zweite Vorsitzende des KSV Nordfriesland, Dirk Weimar, bei der Begrüßung.
    Der zweite Vorsitzende des KSV Nordfriesland, Dirk Weimar, bei der Begrüßung.

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