Sport im Ramadan: Fastenmonat beginnt Ende Mai

Wie sich Sportvereine darauf einstellen und wie sie ihn am besten nutzen können. Ein Interview mit Hassan Ramadan von der Schura Hamburg.

Sport im Ramadan Foto: Witters GmbH
Sport im Ramadan Foto: Witters GmbH

Herr Ramadan, welche Bedeutung hat der Ramadan für die Muslime in Hamburg?

Ramadan ist eine sehr besondere und schöne Zeit für die Muslime. Es ist eine Zeit der  Barmherzigkeit, der  Liebe, der Nähe, der Spende, der Nähe Gottes. Es ist auch in Hamburg eine besondere Zeit, weil viele Menschen aus muslimischen Ländern in Hamburg wohnen. Ich freue mich immer auf den Ramadan auch wenn wir von Morgendämmerung bis Abenddämmerung fasten, also  auf Essen und Trinken verzichten.

Im Ramadan machen viele Vereine, die Erfahrung dass weniger muslimische Menschen in ihre Angebote kommen. Woran liegt das?

Fasten bedeutet für uns mehr als nur nichts essen und nichts trinken. Man soll versuchen, dass man sein Leben evaluiert und dass man Dankbarkeit zeigt für die Dinge, die man hat. Viele Menschen ziehen sich in dieser Zeit zurück, um sich ganz auf den Ramadan zu konzentrieren und weil das Fasten sehr anstrengend ist. Gerade in der Sommerzeit fasten wir sehr lang - zwischen 18 und 20 Stunden.  Im sportlichen Bereich kann man deswegen eventuell nicht so viel Leistung zeigen und braucht mehr Zeit, um sich zu erholen.

Wie können sich Sportvereine auf Ramadan einstellen?

Sportvereine sollten eventuell sinkende Teilnehmerzahlen nicht als Desinteresse an ihren Angeboten sehen, sondern als eine Begleiterscheinung des Ramadans. Sportvereine können sich auf den Ramadan vorbereiten, indem sie ihre muslimischen Mitglieder fragen, ob sie im Ramadan Sport machen wollen und wenn ja wie. Das halten nämlich alle Menschen sehr unterschiedlich. Viele  treiben gar keinen Sport, andere machen ganz normal Sport, manche möchten eher am Morgen oder späten Abend kurz vor dem Fastenbrechen Sporttreiben. Wenn Vereine nachfragen können sie ihre Mitglieder dabei unterstützen auch im Ramadan aktiv zu bleiben, vielleicht indem sie Trainingszeiten komprimieren oder zu anderen Zeiten anbieten.

Gut ist es auch, wenn Sportvereine Verständnis für unsere besonderen Bedürfnisse zeigen und versuchen in dieser Zeit nicht den Kontakt zu ihren muslimischen Sportlerinnen und Sportlern zu verlieren. Sportvereine können Ramadan auch als Chance nutzen um unsere Lebensweise besser kennenzulernen, zum Beispiel, indem sie mit uns zusammen das Fasten brechen.  Im Ramadan gibt es jeden Abend ein gemeinsames Essen in den Moscheen. Dazu sind auch Nicht-Muslime herzlich eingeladen! Oder Sportvereine könnten auch ein Training am Abend anbieten und danach gemeinsam im Verein das Fasten brechen. Das würde bestimmt sehr positiv aufgenommen werden und wäre ein starkes Signal des gemeinsamen Miteinanders aller Menschen und Religionen.

Das Interview führte Sina Hätti.


  • Sport im Ramadan Foto: Witters GmbH
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