Die Stimme erheben

Was tragen Sport und Literatur zum öffentlichen Diskurs beim Thema Migration bei? Dieser Frage sind das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ und das Bildungsprogramm LitCam auf der Leipziger Buchmesse nachgegangen.

Die Podiumsteilnehmer/innen diskutierten spannende Positionen und Perspektiven zum Thema Integration (v.li.): Martin Schult, Olga Grjasnowa, Thomas Schmidt, Ulrike Schlupp und Sven Kochale (MDR Moderator); Foto: DOSB
Die Podiumsteilnehmer/innen diskutierten spannende Positionen und Perspektiven zum Thema Integration (v.li.): Martin Schult, Olga Grjasnowa, Thomas Schmidt, Ulrike Schlupp und Sven Kochale (MDR Moderator); Foto: DOSB

Ihre gemeinsam veranstaltete Diskussion am vergangenen Freitag (16. März) führte Akteure aus beiden Kulturbereichen zusammen: die deutsch-russische Schriftstellerin Olga Grjasnowa, Martin Schult vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie Ulrike Schlupp, Geschäftsführerin des FC International aus Leipzig und Thomas Schmidt, Integrationsbeauftragter beim Verein Ilmtal Zottelstedt aus Thüringen. Die Diskussion leitete MDR-Moderator Sven Kochale.

Wir haben die wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Sie erweitern die gängigen Positionen und Perspektiven zum Thema Integration.

Martin Schult

Schriftsteller wollen zunächst in Deutschland ankommen, anschließend erst beginnt die Integration. Es gibt hierzulande verschiedene Initiativen, Schriftsteller in ein Netzwerk zu führen und sie mit anderen Personen in Kontakt zu bringen. Im Gegensatz zum Sport spielt die Sprache bei den Literaten eine sehr große Rolle, und die gilt es als Erstes zu erlernen. Eine schöne Idee wäre, wenn Verlage spezielle Literatur für die Schriftsteller mit Migrationshintergrund anbieten würden.

Olga Grjasnowa

Das Wichtigste, um in Deutschland anzukommen, ist zu wissen, wie das System von Schule und Verein funktioniert. Und natürlich hängt Vieles von der Eigeninitiative ab. Die entscheidende Frage aber bleibt am Ende: Wer integriert wen?

Thomas Schmidt

Ich habe aufgrund meiner Erfahrungen als Erzieher das Thema Integration im Verein aufgenommen. Das betraf aber nicht allein die Neuankömmlinge, sondern im gleichen Maße den Verein und seine Mitglieder, die auf diese Aufgabe vorbereitet werden mussten. Ohne eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern und Übungsleitern ist Integration auch im Sport nicht möglich. Es muss daher merh ins Ehrenamt investiert werden.

Ulrike Schlupp

Der Name des Vereins ist Programm: FC International. Ehrenamtliche mit Affinität zur Sprache helfen beim Übersetzen. Es heißt zwar, dass der Sport seine eigene Sprache hat, aber er stößt auch schnell an seine Grenzen, etwa bei der passenden Ansprache von Familienmitgliedern. Unerlässlich für eine  gelingende Integration ist, Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen aufzubringen und dieses Verständnis auch in Handlungen umsetzen zu können.

Der Auftritt von „Integration durch Sport“ auf der Leipziger Buchmesse bot dem Bundesprogramm die Möglichkeit, sich anderen gesellschaftlichen Gruppen und Personen zu präsentieren und zu zeigen, dass die Angebote von Vereinen und Verbänden längst über das reine Sporttreiben hinausreichen. Sport ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens und der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Der Auftritt in Leipzig gehört zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen das Bundesprogramm zum Thema „Integration“ bewusst außerhalb der Strukturen des organisierten Sports kommuniziert.  

(Quelle: DOSB)

 


  • Die Podiumsteilnehmer/innen diskutierten spannende Positionen und Perspektiven zum Thema Integration (v.li.): Martin Schult, Olga Grjasnowa, Thomas Schmidt, Ulrike Schlupp und Sven Kochale (MDR Moderator); Foto: DOSB
    Die Podiumsteilnehmer/innen diskutierten spannende Positionen und Perspektiven zum Thema Integration (v.li.): Martin Schult, Olga Grjasnowa, Thomas Schmidt, Ulrike Schlupp und Sven Kochale (MDR Moderator); Foto: DOSB