„Eishockey hat mich gelehrt, immer weiter zu machen“

In der neuen Folge der Podcast-Serie „Halbe Katoffl Sport“ spricht die 16-jährige Eishockeyspielerin Lola Liang über das Spiel gegen Jungen und Olympia für die Jugend.

Lola Liang ist eines der herausragenden Eishockey-Talente des Landes. Foto: privat
Lola Liang ist eines der herausragenden Eishockey-Talente des Landes. Foto: privat

Lola Liang ist eines der herausragenden Eishockey-Talente des Landes. Die Frankfurterin mit chinesischen Eltern spielt seit Jahren im Nationalkader. Bei Halbe Katoffl Sport spricht sie über ihre ersten Gehversuche auf dem Eis, wie sie Eishockeyspielen mit und gegen Jungen geprägt hat und warum Jugend-Olympia so faszinierend war.

Ohne einen Aufenthalt in Peking wäre Lola vielleicht nie zum Eishockey gekommen. Doch die chinesische Großmutter suchte nach einer Betätigung für ihr fünfjähriges Enkelkind. Also gingen sie zum Schlittschuhlaufen. Lola fing sofort Feuer fürs Eis. „Es hat sofort gepasst“, sagt sie über ihre ersten Schritte auf Kufen. Zurück in Frankfurt geht sie zum Probetraining der Löwen Frankfurt. Dort spielt sie noch heute. Elf Jahre später.

Da es keine reine Mädchenmannschaften gab, ist sie es gewöhnt, mit Jungen zu spielen. „Ich war fast immer das einzige Mädchen. Ich kenne es nur so.“ Für sie sei das kein großes Thema. Auch ihre asiatischer Hintergrund scheint beim Sport kaum eine Rolle zu spielen. Im Alltag dagegen käme es schon mal vor, dass sie rassistisch beleidigt wird – auch wenn sie die Situationen nicht als solche definieren will. Die Corona-Pandemie habe dies aber eher verstärkt. „Manchmal gehen Leute an mir vorbei, husten und rufen Corona.“ Aber sie lasse das, so gut es geht, an sich abprallen.

Nachdem sie 2019 erstmalig mit Verletzungen zu kämpfen hatte, durfte sie im Januar 2020 – noch vor der Pandemie – an den olympischen Jugendspielen in Lausanne teilnehmen. Sportlich lief es für das Team nicht gut, aber für Lola war es trotzdem ein prägendes Erlebnis, Deutschland in so einem großen, wichtigen Turnier zu repräsentieren. „Man war so auf Hochtouren mit seinen Gefühlen. Ich wollte gar nicht mehr weg.“

Nächstes Ziel sind die „richtigen“ Olympischen Spiele – und die sind 2022 ausgerechnet dort, wo für sie alles angefangen hat mit Eishockey: in Beijing. „Das wäre natürlich ein Traum“, sagt Lola. „Aber bis dahin steckt noch sehr viel Arbeit dahinter.“

(Text: Frank Joung)

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Halbe Katoffln im Sport

Im vergangenen Jahr begann die Kooperation des Podcasts „Halbe Katoffl“ mit „Integration durch Sport“, es entstand die Serie „Halbe Katoffl Sport“. Der Anlass: das 30-jährige Jubiläum des vom BMI und BAMF geförderten Bundesprogramms. Es waren acht interessante, bewegende, immer auch humorvolle Gespräche mit Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln über Themen wie Integration und Identität und die Frage, welche Rolle der Sport dabei spielte. Wegen der sehr positiven Resonanz auf den Podcast, wird die Kooperation in diesem Jahr fortgeführt. „Halbe Katoffl Sport“ erscheint immer Mitte des Monats. Die neuen Folgen kann man hier hören.


  • Lola Liang ist eines der herausragenden Eishockey-Talente des Landes. Foto: privat
    Lola Liang ist eines der herausragenden Eishockey-Talente des Landes. Foto: privat