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Integration ist Verständnis füreinander - Fortbildung „Integration durch Rugby“ in Heidelberg

Am 13. Dezember 2025 fand im Landesleistungszentrum Heidelberg eine Fortbildung des Rugby Verbands Baden Württemberg (RBW) zum Thema „Integration durch Rugby“ statt.

LSVBW

26.12.2025

Bild LSVBW
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Eingeladen waren Vorstände, Übungsleitende und Trainerinnen und Trainer der Mitgliedsvereine. Die Veranstaltung wurde in der Zusammenarbeit mit dem Landessportverband Baden Württemberg (LSVBW) organisiert, der das Programm „Integration durch Rugby“ bereits seit 2021 unterstützt. „Rugby lebt überall auf der Welt von Offenheit und Respekt. Diese Kultur macht es zu einem idealen Instrument der Integration“ - stellte Claus Peter Bach, der Vorsitzender des RBW fest in seine Begrüßung fest.

Zu Beginn gab Sergej Gergert vom LSVBW eine ausführliche Einführung in das bundesgeförderte Programm „Integration durch Sport“. Er machte deutlich, warum gerade Rugby ein ideales Instrument für Integrationsarbeit ist. „Rugby lebt überall auf der Welt von Offenheit und Respekt. Diese Kultur macht es zu einem idealen Instrument der Integration“, erklärte Gergert. Er betonte darüber hinaus, dass Vereine, die sich in der Integrationsarbeit engagieren, erheblich profitieren: „Jeder Verein, der sich aktiv einbringt, gewinnt - an neuen Mitgliedern, an Vielfalt und an gesellschaftlicher Bedeutung.“

RBW-Lehrwart Jan Ceselka bestätigte, dass Rugby inzwischen in rund 180 Ländern gespielt werde und viele Menschen, die nach Deutschland kommen, bereits Berührungspunkte mit dieser Sportart hätten oder gerne Teil einer Rugby Gemeinschaft werden würden. Leider trifft es nicht immer die Herkunftsländer der meist geflüchteten nach Deutschland in den letzten Jahren zu. Für die Vereine eröffne das trotzdem große Chancen, nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch neue Mitglieder zu gewinnen.

Im zweiten Teil der Fortbildung sprach der Rechts- und Gesundheitspsychologe Aaron B. Czycholl aus Freudenstadt. Er setzte sich zunächst mit der Frage auseinander, was „Integration“ im Vereinsalltag eigentlich bedeutet. Dabei wurde schnell deutlich, dass es sich um einen mehrstufigen Prozess handelt, der gegenseitiges Verständnis, Geduld und eine positive Grundhaltung erfordert. Czycholl betonte: „Integration beginnt nicht mit dem ersten Training - sie beginnt mit dem ersten ehrlichen Interesse aneinander.“ Er wies darauf hin, dass viele Migrantinnen und Migranten erhebliche emotionalen Belastungen mitbringen: „Viele vergessen: Wer zu uns kommt, hat oft nicht nur sein Zuhause, sondern auch sein Umfeld verloren. Wir sind für viele die ersten Menschen, die ihnen in der neuen Welt Orientierung geben.“ Gerade deshalb komme Trainerinnen und Trainern eine wichtige Rolle zu - als Vermittler von Strukturen, als Unterstützer und manchmal auch als Bezugspersonen. „Ihr seid nicht nur Sportvermittler. Ihr seid Bezugspersonen, Motivatoren, manchmal auch Zuhörer - und immer Vorbilder“, hob Czycholl hervor. Ebenso wichtig sei klare und freundliche Kommunikation: „Regeln müssen freundlich, aber klar sein. Erwartungssicherheit ist ein Schlüssel zur erfolgreichen Integration.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das Verhalten von Eltern und Betreuenden bei Jugendturnieren. In einigen Fällen war es zu lautstarken Beschimpfungen gegenüber spielenden Kindern oder jungen Schiedsrichtern gekommen. Dazu gab Czycholl eine deutliche Empfehlung: „Wer Kinder anschreit oder junge Schiedsrichter bedroht, hat den Sinn des Sports nicht verstanden. Rugby ist ein Spiel des Respekts - immer.“ Er sprach sich dafür aus, bei Fehlverhalten zunächst eine ernste Ermahnung auszusprechen. Bei Wiederholung sei ein Feldverweis angemessen, in schweren Fällen sogar der Entzug der Trainerlizenz. „Alle Kinder wollen beim Rugby etwas Positives erleben. Geben wir ihnen genau das“, schloss Czycholl.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Ausblick gegeben: LSVBW und RBW planen bereits im Sommer 2026 eine weitere Fortbildung zum Thema „Integration durch Rugby“, um Vereine weiterhin zu unterstützen und das Thema langfristig zu stärken.

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