30 Jahre Integration durch Sport

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Rundes Jubiläum für ein Thema in ständiger Bewegung
Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ feiert 30 Jahre. Drei Jahrzehnte gesellschaftliches Engagement des organisierten Sports, umgesetzt in den Vereinen, getragen von vielen tausend freiwillig Engagierten – und stets gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Auf dieser Homepage werden wir über das Jahr sämtliche Informationen und Angebote zum Jubiläum 2019 bündeln, regional wie national: Aktivitäten und Termine, Rückblicke und Ausblicke sowie spannende journalistische Beiträge und Serien.

30 Jahre "Integration durch Sport" sind Grund zum Feiern. Foto: DOSB/CSV_Adernach/Milorad_Vlajnic

Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ feiert 30-jähriges Jubiläum

1989 war die Zeit großer Umbrüche: Das betraf die Welt (Ende des Kalten Krieges) genauso wie Deutschland (Fall der Mauer). Zugleich war das Jahr Auftakt für das Bundesprogramm „Integration durch Sport“, das vor dem Hintergrund dieser politischen und gesellschaftlichen Veränderungen vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB), Hans Hansen, aus der Taufe gehoben wurde, damals noch unter dem Namen „Sport für alle – Sport für Aussiedler“.

In diesem Jahr feiert das Bundesprogramm sein 30-jähriges Jubiläum. Drei Dekaden, in denen aus einem Projekt ein Programm entstand und sich neben dem Namen auch das Integrationsverständnis grundlegendend verändert hat: von der einseitigen Anpassung zur interkulturellen Öffnung und einer Begegnung der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Augenhöhe . Seit Beginn der Initiative haben deutschlandweit knapp 10.000 Sportvereine und mehrere hunderttausend Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte Unterstützung durch das Bundesprogramm erhalten und von der interkulturellen Expertise seiner Mitarbeiter*innen profitiert.

„Das Thema Integration ist eines der Beispiele, an denen der Sport zeigt, dass er wie nur wenige andere gesellschaftliche Akteure in der Lage ist, bürgerschaftliches Engagement im großen Maßstab und zugunsten aller Bürger*innen zu organisieren. Dass wir nun das Bundesprogramm mit 30 Jahre „Integration durch Sport“ feiern, ist ein deutlicher Beweis für die Substanz des Bundesprogramms und die Wirkung des organisierten Sports“, sagt Andreas Silbersack, Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), anlässlich des Jubiläums. Der DOSB verantwortet das Bundesprogramm konzeptionell und steuert dessen Umsetzung in den sechzehn Landessportbünden/-sportjugenden.

Gefördert wird „Integration durch Sport“ durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Derzeit beträgt die Förderung der Programmarbeit 11,4 Millionen Euro pro Jahr. In den vergangenen Jahren hat sich die Programmarbeit kontinuierlich strategisch weiterentwickelt und die Integrationsarbeit der beteiligten Vereine wurde systematisch unterstützt. Welchen integrativen Beitrag der organisierte Sport mit seiner Expertise, seinem Netzwerk und dem freiwilligen Engagement vieler Menschen beisteuern kann, hat er besonders eindrucksvoll in den vergangenen Jahren des verstärkten Zuzugs von Geflüchteten bewiesen.

Keine Frage: 30 Jahre sind Grund zum Feiern, unter anderem mit einem Jubiläumsmagazin im Frühjahr und einem Festakt im September. Es zeigt sich aber auch die Notwendigkeit, sich den verschärften Diskussionen über das Verständnis von Zuwanderung und Integration in Deutschland zu stellen. Der gemeinnützige Sport wird den runden Geburtstag vor allem nutzen, um mit einer Reihe von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen, Gesprächsformaten und Auftritten die Integrationsleistungen zu würdigen und sich noch stärker in den Diskurs um Themen wie Identität, Kultur und Migration einzubringen.

Zum 30-jährigen Jubiläum

„Das Gefühl hat sich grundlegend verändert“

Die Podcast-Serie „Halbe Katoffl Sport“ des Bundesprogramms Integration durch Sport wird fortgesetzt. Eine Art Halbzeitbilanz:

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Podcast „Halbe Katoffl Sport“ zum Jubiläum

Halbe Katoffln im Sport
Der Podcast „Halbe Katoffl“ und „Integration durch Sport“ kooperieren anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Bundesprogramms. Die „Halbe-Katoffl-Sport“-Ausgabe erscheint alle vier Wochen, immer Mitte des Monats. Die Serie dreht sich um Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln, die vom Sport geprägt wurden und in einigen Fällen auch selbst den Sport prägen. Und natürlich geht es um Integration und Identität – ernste Themen, aber humorvoll, locker und sympathisch vermittelt. Die Folgen kann man hier hören:

Folge 1 (Die Deutsch-Brasilianerin Jasmin Blümel Hillebrand erzählt ihre schwierige, von Rassismus geprägte, Geschichte, 15.4.2019)

Folge 2 (Der in Kasachstan geborene Dennis Laubhan erzählt von der Kraft der eigenen Veränderung und darüber, dass es nie zu spät ist, mit Sport (wieder) anzufangen, 16.5.2019).

Folge 3 (Die in Sarajevo geborene Ivana Jagla ist überzeugt davon, dass "Sport verbindet. Da gibt es keine Religion und keine Farbe", 14.6.2019).

Folge 4 (Kaweh Niroomand, im Iran geboren, kam als 12-Jähriger nach Deutschland. Im Podcast spricht der Berliner über persönliche Verantwortung und wie man Dinge voranbringt, 15.7.2019).

Folge 5(Alhassane Baldé ist ein in Afrika geborener Deutscher. Im Podcast spricht der 34-Jährige über seine Angst vor weißen Frauen, Prügeleien in der Schule & sein spätes Treffen mit seinem Zwillingsbruder, 15.8.2019).

Folge 6(Minh-Thu Nguyens ist in Deutschland geboren, ihre Eltern stammen aus Vietnam. Im Podcast spricht die 26-Jährige über Familienkonflikte mit Sprachbarrieren, Maggi-Gerichte und die Heilkraft von Hip Hop, 16.9.2019).

Folge 7 (Pamela Owusu-Brenyah kommt 1982 in Hamburg zur Welt. Im Podcast spricht sie über die sehr weiße Voltigierwelt, das Leben und Auflegen als DJ in Ghana und unauthentische afrikanische Festivals, 15.10.2019).

Folge 8 (Tuğba Tekkal aus Hannover hat kurdisch-jesidische Wurzeln. Im Podcast spricht sie über das Leben in der Großfamilie, darüber, was Fußball mit Freiheit zu tun hat und über die Freude, andere von den eigenen Erfahrungen profitieren zu lassen, 18.11.2019).

Rückblick

Die Anfänge des Programms „Integration durch Sport“ lassen sich auf den Sommer 1989 datieren, als das Programm zunächst in den vier Bundesländern Niedersachsen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen implementiert wurde, damals noch unter dem Projektnamen „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“. Bereits im darauf folgenden Jahr 1990 fand eine Ausweitung des Programms auf alle alten und 1991 schließlich auf die neuen Bundesländer statt. Um der aktuellen Zuwanderungssituation gerecht zu werden, wurde das Programm 2001 auf die Zielgruppe der Migrant/-innen ausgeweitet, und aus dem Projekt „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“ entstand das Programm „Integration durch Sport“.

 

Programmhistorie:

 

1988 
Ende des Jahres erste Kontakte zwischen BMI und DSB zur Einrichtung eines Projekts „Sport für Alle - Sport mit Aussiedlern“. 

1989  
Grundsätzliche Übereinstimmung zwischen BMI und DSB auf der Grundlage der vom DSB vorgestellten Projektkonzeption. 

1989 
Experten-Hearing in Frankfurt, breite Diskussion der DSB-Konzeption. 

1989  
Projektbeginn: Einstellung einer Koordinatorin auf Bundesebene beim DSB und acht Regionalkoordinatoren/-innen in:

Berlin Juli 1989
Hessen Juli 1989
Niedersachsen Juli 1989
Nordrhein-Westfalen Juli 1989 

1989  
Bundesweite Auftaktveranstaltung des Projekts „Sport für Alle - Sport mit Aussiedlern“ mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und DSB-Präsident Hans Hansen in Hasselroth. 

1990 
Ausweitung auf alle alten Bundesländer:

Baden-Württemberg Januar 1990
Bayern Februar 1990
Bremen April 1990
Hamburg März 1990
Rheinland-Pfalz Dezember 1990
Saarland März 1990
Schleswig-Holstein April 1990 

1991 
Ausdehnung auf die fünf neuen Bundesländer:

Brandenburg Dezember 1991
Mecklenburg-Vorpommern Oktober 1991
Sachsen Oktober 1991
Sachsen-Anhalt November 1991
Thüringen September 1991 

1993 
Das Projekt läuft zum 31. Dezember 1993 unter personaltechnischer Führung des DSB aus. 

1994 
Das Projekt wird in die Strukturen der Landessportbünde eingebunden. Der DSB übernimmt die Projektkoordination auf Bundesebene. 

2000 
Nach dem Erfolg des Projekts „Sport für Alle – Sport mit Aussiedlern“ führt die Bundesregierung am 14. Oktober in Berlin-Marzahn mit dem DSB eine Pilotveranstaltung „Sport gegen Gewalt“ durch. 

2002  
Aus dem Projekt „Sport für Alle – Sport mit Aussiedlern“ wird das Programm "Integration durch Sport". 

2004 
Grundsatzerklärung des Deutschen Sportbundes und seiner Mitgliedsorganisationen wird vom Bundestag des Deutschen Sportbundes am 4. Dezember in Bremen beschlossen. 

2007 
Der Zuwendungsgeber beauftragt die Universität Potsdam, eine umfassende Evaluation des Programms und seiner Programmelemente durchzuführen. 

2009 
Der DOSB erhält den Abschlussbericht vom Zuwendungsgeber und beginnt mit der Weiterentwicklung des Programms. 

2010 
Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus den Evaluationsergebnissen.

2011
Regionale Fachkonferenz in Mainz, im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligkeit.

Publikation der novellierten Rahmenkonzeption des Programms „Integration durch Sport“ und weiterer Konzeptionen:

  • Programmkonzeption
  • Kommunikationskonzept
  • Fortbildungskonzept für freiwillig Engagierte
  • Fortbildungskonzept für Landes- und Regionalkoordinatoren/-innen
  • Konzeption Programmfahrzeuge 

2012 
Start eines Strategieentwicklungsprozesses für den Fortsetzungszeitraum 2014 bis 2016.

2013 
Umsetzung der 2. Evaluation durch HU Berlin, Uni Dortmund und Uni Göttingen.

2014 
„Integration durch Sport“ feiert sein 25-jähriges Jubiläum mit Festakt in Berlin.
Beginn der wissenschaftlichen Begleitung durch die Humboldt-Universität zu Berlin.

2015
Das Programm "Integration durch Sport" öffnet sich für die Zielgruppe Geflüchtete. 

2016
Bereitstellung zusätzlicher Fördermittel durch den Zuwendungsgeber.

2017
Ausrichtung des Kongresses "Perspektiven der sportbezogenen Integrationsarbeit".

2019
"Integration durch Sport" feiert sein 30-jähriges Jubiläum mit Festakt in Berlin.