Integration durch Sport

„Integration durch Sport“ – ein Programm, das immer in Bewegung ist

 

Was wir machen
Mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) widmet sich der DOSB einem Thema von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Allerdings – und das zeichnet ihn aus – engagiert er sich nicht erst, seitdem vermehrt Geflüchtete nach Deutschland kommen, sondern schon seit 1989. Was der DOSB seither an Integrationsmaßnahmen auf den Weg gebracht hat, folgt nicht dem Zufall, sondern einem umfassenden Plan. 

Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) versorgt Sportvereine und -verbände mit vielem, was sie für die integrative Arbeit benötigen: Die 16 Programmleitungen in den Landessportbünden und - jugenden beraten und begleiten Vereine und Verbände, bieten interkulturelle Qualifizierungen an und unterstützen sie mit einer angemessenen Finanzierung. Das versetzt bundesweit mehrere Tausend Sportvereine in die Lage, Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten konkrete und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene, niedrigschwellige Angebote zu machen, die oft über reine Sportkurse oder Trainingsgruppen hinausreichen. Unterstützt werden die Neuankömmlinge zum Beispiel bei Behördengängen, Hausaufgaben und Bewerbungen. Weil die Umsetzung im Verbund leichter ist, entstehen vielerorts lokale Netzwerke, in denen die als Stützpunktvereine bezeichneten Partner von IdS mit sozialen Einrichtungen oder Migranteninitiativen zusammenarbeiten. Das so gewachsene Netzwerk von Akteuren und Initiativen ist ebenso engmaschig wie vielfältig. Simple Standardrezepte? Fehlanzeige.

Viele Menschen kennen die emotionale Kraft des Sporttreibens, bei dem ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, ohne dass – und darin kommt das Besondere zum Ausdruck – ein sprachliches Verständnis zwingend vorausgesetzt wäre. In Sportvereinen kann aus dieser Begegnung deutlich mehr entstehen, nämlich gemeinsames Entscheiden und Handeln. Oftmals entwickeln sich daraus Beziehungen, die über den Sport in andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineinwirken. Kurz gesagt, Sport hat ein hohes integratives Potenzial.

Der DOSB bestimmt in engem Austausch mit dem Bundesinnenministerium (BMI) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die strategische und konzeptionelle Ausrichtung von IdS. Er vereinbart entsprechende Ziele mit den Landesverbänden, um an der Basis – ob im Emsland oder auf der schwäbischen Alb – ein gemeinsames Leistungsspektrum für die unterschiedlichen Gruppen von Zugewanderten zu garantieren. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf Angebote für Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und auf die Gruppe der Mädchen, Frauen und der Älteren.

Strategie ist das eine, die konkrete Umsetzung das andere: In diesem Sinne obliegt dem DOSB auch die Verteilung der Fördergelder des Bundes und der eingeworbenen Drittmittel. Eine weitere wichtige Aufgabe des Verbandes liegt in der Kommunikation des Themas, die unter anderem darauf abzielt, noch mehr Vereine zur Integrationsarbeit zu animieren und die besonderen Möglichkeiten des Sports bei der Integration zugewanderter Menschen aufzuzeigen – eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft.

Wer ist gemeint?
Rund 25 Prozent der Einwohner*innen Deutschlands wurden in einem anderen Land geboren oder haben mindestens einen Elternteil, der zugewandert ist. Per Definition haben diese Menschen damit einen sogenannten Migrationshintergrund. Neben einer individuellen Zuschreibung steht der  sperrige Begriff auch für die Vielfalt einer Bevölkerung in Bezug auf die Herkunft, Sprache oder kulturelle Prägung ihrer Mitglieder. In Sportvereinen ist sie allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt: Vor allem Mädchen, Frauen und ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind deutlich seltener Mitglieder als diejenigen ohne. Auch Geflüchtete sind in den Vereinen bislang unterrepräsentiert. Diese Personen stärker anzusprechen, ist einer der Schwerpunkte der Integrationsarbeit im Programm von IdS.

Wer profitiert?
Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland steigt – nicht erst in den letzten Jahren. Damit wachsen die Herausforderungen für das Zusammenleben in einer sprachlich und kulturell vielfältigeren Bevölkerung. Integration bedeutet aber nicht allein Anstrengung, sondern ist zugleich auch Chance, gemeinsam Antworten auf die künftigen Aufgaben in einer sich verändernden Welt zu finden. Das gilt für den Verein, der Nachwuchs und ehrenamtliche Funktionsträgerinnen und Funktionsträger generieren kann, genauso wie für die Gesellschaft, die kulturell und schöpferisch neue Impulse erhält.

 

„Sport hat es leichter, gesellschaftliche Veränderungen zu transportieren, denn es geht zunächst nur um Leistung. Ich bin als Junge mit offenen Armen im Verein empfangen worden. Es ist so einfach, weil man gemeinsam an einer Sache dran ist.“

Adnan Maral, Schauspieler & Unterstützer des IdS Programms

Auf einen Blick: die Programmleistungen

Lobbyarbeit

  • Die gesellschaftliche Bedeutung von „Integration“ stärker herausarbeiten, um das Thema im organisierten Sport noch tiefer zu verankern 
  • Ansprechpartner und Ratgeber bei interkulturellen Fragen sein

Praktische Angebote

  • Stützpunktvereine bei ihrer Integrationsarbeit beraten, individuell begleiten und finanziell fördern
  • Vereine für das Thema „interkulturelle Öffnung“ sensibilisieren und sie dabei unterstützen
  • Für alle Sportorganisationen Seminare zu den Themen „Integration“, „interkulturelles Lernen“ und „Diversity Management“ anbieten
  • Thema "Interkulturelles Lernen" in bestehende Aus- und Fortbildungen des organisierten Sports einbinden (Ausbildungen zu Übungsleiter*innen und Trainer*innen)

Übergreifendes Wirken

  • Fachveranstaltungen zum Austausch mit internen und externen Kooperationspartnern durchführen (etwa Migrantenorganisationen oder integrationspolitische Einrichtungen)
  • Erlebnisorientierte Veranstaltungen organisieren, die öffentlichkeitswirksam sind und gleichzeitig Integrationsimpulse setzen

Kommunikation

  • Öffentlichkeit für das Thema Integration sensibilisieren 
  • Beiträge und Erfahrungen des Sports aus seiner Integrationsarbeit in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen. Spezifische Sportperspektiven aufzeigen, für Bundes- wie Landespolitiker*innen und -organisationen
  • Über die Integrationsleistungen des Sports informieren und die Leistungen der Sportvereine und -verbände in der Programmarbeit verdeutlichen
  • Vereine und Verbände bei ihrer entsprechenden Kommunikation unterstützen

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