SMILE - digitales Lehren und Lernen für Integration im Sport

Im Februar 2020 startete der DOSB das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt SMILE(EAC/S20/2019 SPORT AS A TOOL FOR INTEGRATION AND SOCIAL INCLUSION OF REFUGEES).

In diesem Projekt möchte der DOSB seine mehrjährigen Erfahrungen, die er bereits in verschiedenen Projekten und Programmen im Bereich der Integration gewonnen hat, mit den Themen Kompetenzorientierung und Blended Learning in der Qualifizierung von Multiplikator*innen im Sport zusammenbringen.

Die aktuelle Herausforderung, Geflüchtete aus Krisen- und Kriegsgebieten in die deutsche Zivilgesellschaft zu integrieren, stellt auch Sportvereine vor eine große Aufgabe. Besonders gefordert sind die ca. 1 Millionen Trainer*innen und Übungsleiter*innen, die in den Vereinen vielfältige Sportangebote organisieren und durchführen. Damit die Integration der Migrant*innen und Geflüchteten besser gelingt, müssen die Trainer*innen und Übungsleiter*innen für ihr Engagement „fit“ gemacht werden. Dazu wollen wir sie speziell qualifizieren und ihnen Unterstützung für diese Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen anbieten.

 

Was sind die Ziele des Projekts?

 

Im Rahmen des Projekts soll in Anlehnung an das DOSB-Kompetenzmodell ein Rahmenkonzept für eine Qualifizierungsmaßnahme im Blended Learning-Format zum Thema Integration für Übungsleiter*innen und Trainer*innen erarbeitet werden, das anschlussfähig an die DOSB-Lizenzausbildung aller Verbände ist. Die Qualifizierung baut auf bereits vorhandenen Materialien, Erfahrungen und Konzepten (z.B. Fit für die Vielfalt) im Themenfeld Integration auf.

Die Umsetzung des Qualifizierungsangebotes erfolgt in einem Blended Learning-Format beispielsweise mit der Lehr-/Lernumgebung von edubreak ® SPORTCAMPUS. Das heißt, verschiedene Lernformate, wie z.B. Online-Lernen und Präsenzveranstaltungen werden miteinander kombiniert und didaktisch sinnvoll verknüpft. Für den Bereich des Sports bedeutet das, dass ergänzend zu den Lerneinheiten im Seminarräumen, in Sporthallen und Sportplätzen den Lernenden Aufgaben und Übungen in einer Online-Lernumgebung bereitgestellt werden. Bei dieser innovativen Form des Lehrens und Lernens, die insbesondere auf die Entwicklung von Handlungskompetenz ausgerichtet ist, stehen die Teilnehmerorientierung, das Handeln im eigenen Vereinskontext sowie Austausch- und Reflexionsprozesse des eigenen Handelns im Vordergrund.

Die Bildungs- und Integrationsverantwortlichen der Mitgliedsorganisationen sollen aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Ab Herbst 2020 starten mehrere aufeinanderfolgende Pilotphasen, in denen interessierte Verbände die Qualifizierungsmaßnahme in ihren Strukturen durchführen und (weiter-)entwickeln. Sie werden dabei begleitet und unterstützt.

Nach dem Projekt wird die erarbeitete Fortbildung sowie beispielhafte Lehr-Lernszenarien über das DOSB-Wissensnetz und die digitale Referierenden-Community edubreak®SHARE weiteren Mitgliedsorganisationen zur Verfügung stehen.

Somit besteht über das Projekt hinaus die Möglichkeit, sich zur Lehrarbeit im Themenfeld Integration verbandsübergreifend auszutauschen und kollaborativ zusammenzuarbeiten.

SMILE - News zum Jahresende 2021

(Quelle: DOSB)
(Quelle: DOSB)

Kompetenzen für Integration im Sport fördern

Vier Pilotverbände sammeln im EU-Projekt „SMILE“ wertvolle Erfahrungen mit Qualifizierungsmaßnahmen im Blended-Learning-Format 

„Noch vor zwei Jahren hätte keiner von uns gedacht, dass der Einsatz digitaler Medien im Qualifizierungsbereich Integration einen großen Mehrwert hat, da die Thematik insbesondere vom Austausch und dem gemeinsamen Erleben bei Präsenzveranstaltungen geprägt ist.“, reflektiert Mandy Seetzen-Orth, Bildungsreferentin (Bundesprogramm Integration durch Sport) des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV). „Jetzt konnten wir ein Lernmodul entwickeln, was Präsenzlernen anhand von digitalen Übungen und Methoden optimal ergänzt und vertieft.“, so ihr Resümee zur Beteiligung am Projekt.            

Der BLSV führte eine Qualifizierungsmaßnahme im Herbst diesen Jahres durch, die er als Pilotverband im Smile-Projekt  entwickelt hatte. Der Schwerpunkt der Fortbildung lag in der Auseinandersetzung mit Sprachenvielfalt im Sport und der Frage, wie Sprachenvielfalt sichtbar gemacht und aktiv für einen wertschätzenden Umgang miteinander genutzt werden kann.  

Die Fortbildung von 16 Lerneinheiten (im Zeitraum von vier Wochen) richtete sich vor allem an Trainer*innen, die sich in sportlichen Integrationsprojekten mit Geflüchteten einbringen und gliederte sich in zwei Online-Workshops, Selbstlernphasen und einen Präsenztag. 

„Das Besondere an der ´gemischten Form` des Lernens war, dass wir die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum und intensiver in unterschiedlichen Formaten und Phasen des Lernprozesses begleiten konnten, als das bei reinen Präsenzveranstaltungen der Fall ist. Die Möglichkeit der Anwendung und Reflexion des Gelernten im eigenen Vereinskontext der Trainer*innen spielt dabei eine wichtige Rolle. Ziel ist es, dass Teilnehmende unserer Fortbildung erlerntes und erfahrenes Wissen langfristig in neuen Situationen ihres Trainingsalltags anwenden, das heißt Lösungsmöglichkeiten selbständig finden und umsetzen können.“, so beschreibt Thomas Kram aus dem Referent*innen-Team des BLSV die Bedeutung kompetenzorientierter Lernprozesse. 

Die Teilnehmer*innen bewerteten die Lernmöglichkeiten und Methoden in diesem „hybriden“ Format sehr positiv. Die genutzte Lernumgebung edubreak® ermöglichte einen Austausch untereinander und ein kontinuierliches Feedback durch die Referent*innen. 

Mit den guten Erfahrungen aus dem Pilotprojekt startete der BLSV im Bereich Integration durch Sport bereits im November eine weitere Fortbildung im Blended-Learning-Format. 

Neben dem BLSV beteiligten sich der Hamburger Sportbund (HSB), der Deutsche Eishockey-Bund (DEB), sowie der Landessportbund Sachsen (LSB Sachsen) an der ersten Phase des SMILE-Projekts. Die Integrations- und Bildungsverantwortlichen sowie Referent*innen der Verbände setzen sich sehr intensiv mit der konzeptionellen Gestaltung bzw. der Blended-Learning-Didaktik ihrer Fortbildung unter Anwendung des DOSB-Kompetenzmodells auseinander. Begleitet und unterstützt wurden sie dabei durch Experten für kompetenzorientierte Lehre und Mediendidaktik (Martin Muche, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Frank Vohle, Ghostthinker GmbH). 

Entstanden sind schließlich vier individuelle verbandsbezogene Fortbildungen im Blended-Learning-Format mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten im Bereich Integration. Diese reichen vom Thema „Sprachenvielfalt im Sport“ über „Ankommen in der Sportgruppe/ im Sportverein“ (HSB und LSB Sachsen) bis hin zum Themenfeld „Interkulturelle Konflikte“ (DEB). In allen Fortbildungen wechseln sich unterschiedliche Lernformate, wie asynchrone und synchrone Onlinephasen sowie Präsenztage ab, bzw. ergänzen sich didaktisch und methodisch möglichst optimal, um ein anwendungsbezogenes, reflexives und kompetenzorientiertes Lehren und Lernen zu ermöglichen.

Die Erfahrungen aus dem Begleitprozess der ersten Pilotverbände werden aktuell vom DOSB und den Experten ausgewertet und fließen in die Entwicklung eines Online-Kurses ein, der Grundlage für die Begleitung weiterer Verbände in der nächsten Projektphase ab 2022 ist. Der Bund Deutscher Radfahrer und der Cheerleading und Cheerperformance Verband Deutschland stehen bereits als Partnerverbände in den Startlöchern.

Sowohl der Online-Begleitkurs zur Entwicklung kompetenzorientierter Qualifizierungsangebote als auch beispielhafte Lehr-Lernszenarien aus den Fortbildungen werden nach Ende des Projekts allen Mitgliedsorganisationen zur Verfügung stehen. 

SMILE - News Update Juli 2021

Startschuss für drei Pilot-Fortbildungen im Herbst 2021

Ab September führen der Deutsche Eishockey-Bund, der Bayerische Landes-Sportverband sowie der Landessportbund Sachsen ihre Fortbildung für Übungsleiter*innen und Trainer*innen im Themenfeld Integration durch, die sie im Rahmen des SMILE-Projekts entwickelt haben. 

Die Integrations- und Bildungsverantwortlichen sowie Referent*innen der Verbände haben sich in den letzten Wochen sehr intensiv mit der konzeptionellen Gestaltung bzw. der Blended-Learning-Didaktik ihrer Fortbildung unter Anwendung des DOSB-Kompetenzmodells auseinandergesetzt. Begleitet und unterstützt wurden sie dabei durch Martin Muche von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Frank Vohle von der Ghostthinker GmbH.  

Entstanden sind schließlich drei individuelle verbandsbezogene Fortbildungen im Blended-Learning-Format mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten im Bereich Integration. Diese reichen vom Thema Sprachenvielfalt im Sport bis zum Themenfeld interkulturelle Konflikte. In allen Fortbildungen wechseln sich unterschiedliche Lernformate, wie asynchrone und synchrone Onlinephasen sowie Präsenztage ab, bzw. ergänzen sich didaktisch und methodisch möglichst optimal, um ein anwendungsbezogenes, reflexives und kompetenzorientiertes Lehren und Lernen zu ermöglichen. 

Deutscher Eishockey-Bund:

Fortbildungslehrgang Integration: Vielfalt im Eishockey -> Start am 03. September 2021 (bereits ausgebucht)

Bayerische Landes-Sportverband: 

Sprachenvielfalt im Sport – Tipps und Tricks für die Praxis -> Start am 20.September 2021 

Landessportbund Sachsen: 

„SMILE – Fit für die Vielfalt“-> Start am 8. Oktober 2021 

Die Erfahrungen aus den Entwicklungs- und Umsetzungsprozessen der Pilotfortbildungen fließen in die letzte Projektphase ein und sollen am Ende des kommenden Jahres allen Mitgliedsorganisationen im DOSB zur Verfügung stehen.  

SMILE - News Update Mai 2021

Hamburger Sportbund – mit SMILE voran!

Der Hamburger Sportbund führte als erster Pilotverband im Rahmen des DOSB-Projekts SMILE eine Integrations-Fortbildung für Übungsleiter*innen und Trainer*innen im Blended-Learning-Format im März/April 2021 durch.

 

… so beschreibt Annika Waldeck, Referentin und Mitarbeiterin des Programms Integration durch Sport im Hamburger Sportbund, eine ihrer gewonnenen Erfahrungen aus der Durchführung der Fortbildung.

Die Fortbildung setzte sich aus zwei Online-Phasen und einem Präsenztag zusammen, die didaktisch und inhaltlich miteinander verknüpft sind. Aufgrund von coronabedingten Beschränkungen wurde der Präsenztag überarbeitet und als Online-Workshop konzipiert.

Bei der Erarbeitung der Fortbildung hatten sich Annika und ihre Kollegin Sina Hätti, verantwortlich für Qualifizierungsangebote im Programm Integration durch Sport in Hamburg, sehr intensiv mit dem DOSB-Kompetenzmodell auseinandergesetzt und zentrale Aspekte in der Gestaltung des Blended-Learning-Formats berücksichtigt. „Dadurch sind wir sehr strukturiert an die Konzeption und an die Verknüpfung der einzelnen Fortbildungsphasen herangegangen“, reflektieren die Referentinnen im Nachgang.

Martin Muche (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und Frank Vohle (Ghostthinker GmbH), die das von der EU geförderte Gesamtprojekt als Experten für Kompetenzorientierung (siehe auch  Qualifizierung im DOSB: Kompetenzorientierung in der Trainerausbildung Leistungssport) und Mediendidaktik begleiten, schätzen vor allem die Phase nach dem gemeinsamen (Online-)Workshop als besonders wertvoll für die Lernenden ein. Die Hamburger Teilnehmenden bekamen in dieser Phase die Aufgabe, Inhalte aus der Fortbildung auf die eigene Vereinsarbeit anzuwenden und anschließend über ihre Erfahrungen zu berichten.

Auch wenn eine detaillierte Auswertung der Fortbildung noch aussteht, wird das Format nach Ansicht der Referentinnen auf jeden Fall Zukunft im Bereich Integration des Hamburger Sportbundes haben.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht des Hamburger Sportbundes.

Die wertvollen Pilot-Erfahrungen mit dem Hamburger Sportbund sind auch Grundlage für drei weitere Pilotverbände (Bayerischer Landessportverband, Landessportbund Sachsen, Deutscher Eishockey-Bund), die ihre Fortbildung im Rahmen des SMILE-Projekts in der zweiten Jahreshälfte 2021 umsetzen wollen und jetzt in die gemeinsame (Weiter-)Entwicklung der Fortbildung gestartet sind.

SMILE - News Update Februar 2021

Nun ist es bald soweit: Ab dem 17. März 2021 startet der Hamburger Sportbund als erster SMILE-Pilotverband in die Umsetzung seiner Fortbildung ‚Fit für die Vielfalt: Interkulturelle Sportgruppen anleiten’ . Interessierte ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen können sich ab sofort über die Fortbildung informieren und für das kostenfreie Seminar anmelden.

Zum Seminarangebot des Hamburger Sportbundes

SMILE - News Update Dezember 2020

Hamburger Sportbund startet mit der ersten Fortbildung

Das erste Jahr unseres SMILE-Projektes neigt sich dem Ende zu und wir starten wie geplant in 2021 mit fünf Verbänden in die Umsetzung der ersten Pilotphase. Wir freuen uns, den Hamburger Sportbund, den Landessportbund Sachsen, den Bayerischen Landes-Sportverband, den Deutschen Eishockey-Bund sowie den Westfälischen Turnerbund (in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Turner-Bund) im Team SMILE begrüßen zu dürfen. 

In einem gemeinschaftlichen Prozess entwickeln wir nun ein Konzept für ein Fortbildungsmodul im Blended-Learning-Format für Trainer*innen und Übungsleiter*innen zum Thema Integration (mit dem Schwerpunkt Geflüchtete). Im Entwicklungsprozess werden unsere Pilotverbände individuell bei der Anwendung des DOSB-Kompetenzmodells und der Umsetzung einer Blended-Learning-Didaktik begleitet, um die Fortbildung möglichst gut nach ihren verbandsspezifischen Bedürfnissen ausrichten zu können. Die individuellen Erfahrungen werden im Austausch mit den anderen Pilotverbänden reflektiert und im weiteren Entwicklungsprozess berücksichtigt. 

Der Hamburger Sportbund gibt im März 2021 den Startschuss für die Durchführung unserer ersten SMILE-Fortbildung. Aktuell stellt uns Corona natürlich wie überall vor die Herausforderung, die Umsetzung der Konzeptidee unserer Fortbildung auch digital (in asynchronen und synchronen Online-Phasen) zu ermöglichen.