Was wir machen

Mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) widmet sich der DOSB einem Thema von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Allerdings – und das zeichnet ihn aus – engagiert er sich nicht erst, seitdem vermehrt Geflüchtete nach Deutschland kommen, sondern schon seit 1989. Was der DOSB seither an Integrationsmaßnahmen auf den Weg gebracht hat, folgt nicht dem Zufall, sondern einem umfassenden Plan: Projekte für spezifische Zielgruppen, Qualifizierungsmaßnahmen, Stützpunktvereine und Expertenteams in allen Bundesländern, durchgehend unterstützt von der deutschen Bundesregierung. Das so gewachsene Netzwerk von Akteuren und Initiativen ist ebenso engmaschig wie vielfältig. Simple Standardrezepte? Fehlanzeige. Individuelle Ansätze sind nötig, um das Potenzial des Sports zu nutzen, unterschiedliche Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und in Vereinen eine gemeinsame Lebenswelt zu erschaffen.

Viele Menschen kennen die emotionale Kraft des Sporttreibens, bei dem ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, ohne dass – und darin kommt das Besondere zum Ausdruck – ein sprachliches Verständnis zwingend vorausgesetzt wäre. In Sportvereinen kann aus dieser Begegnung deutlich mehr entstehen, nämlich gemeinsames Entscheiden und Handeln. Oftmals entwickeln sich daraus Beziehungen, die über den Sport in andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineinwirken. Kurz gesagt, Sport hat ein hohes integratives Potenzial.

Doch was heißt das eigentlich, gesellschaftliche Integration? Ein allgemeingültiges Verständnis dieses viel verwendeten Begriffes gibt es nicht, aber ein paar Fragen dazu lassen sich natürlich beantworten.  

 

Wer ist gemeint?

Rund 20 Prozent der Einwohner/-innen Deutschlands wurden in einem anderen Land geboren oder haben mindestens einen Elternteil, der zugewandert ist. Per Definition haben diese Menschen damit einen sogenannten Migrationshintergrund. Neben individueller Beschreibung steht der etwas sperrige Begriff für die Vielfalt einer Bevölkerung in Bezug auf die Herkunft, Sprache oder kulturelle Prägung ihrer Mitglieder. In Sportvereinen ist sie allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt: Vor allem Mädchen, Frauen und ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind deutlich seltener Mitglieder als diejenigen ohne. Auch Geflüchtete sind in den Vereinen bislang unterrepräsentiert. Diese Personen stärker anzusprechen, ist einer der Schwerpunkte der Integrationsarbeit im Programm von IdS.

 

Was ist das Ziel?

In Sportvereinen treffen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus aufeinander und teilen ihre Freude an der Bewegung. Das Programm „Integration durch Sport“ wirkt darauf hin, Menschen mit Migrationshintergrund zum Sport („Integration in den Sport“) und zu ehrenamtlichem Engagement im Verein zu animieren, nicht allein um diesen Teil ihrer Lebenswelt mitzugestalten, sondern um im Kleinen zu zeigen, was im Großen ebenso notwendig ist („Integration durch Sport in die Gesellschaft“). Dafür beraten und begleiten die Landessportbünde die Sportvereine. Der DOSB informiert die Öffentlichkeit und wirbt für eine gesellschaftspolitische Unterstützung. Denn eines ist klar: Integration geht alle an.

 

Wer profitiert?

Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland steigt – nicht erst in den letzten Jahren. Damit wachsen die Herausforderungen für das Zusammenleben in einer sprachlich und kulturell vielfältigeren Bevölkerung. Integration ist aber nicht allein Anstrengung, sondern zugleich auch Chance, gemeinsam Antworten auf die künftigen Aufgaben in einer sich verändernden Welt zu finden. Das gilt für den Verein, der Nachwuchs und ehrenamtliche Funktionsträgerinnen und Funktionsträger generieren kann, genauso wie für die Gesellschaft, die kulturell und schöpferisch neue Impulse erhält.

 

„Sport hat es leichter, gesellschaftliche Veränderungen zu transportieren, denn es geht zunächst nur um Leistung. Ich bin als Junge mit offenen Armen im Verein empfangen worden. Es ist so einfach, weil man gemeinsam an einer Sache dran ist.“

Adnan Maral, Schauspieler & Unterstützer des IdS Programms