Talente fördern und fordern

Seit Mai letzten Jahres sind die beiden Sportmobile von „Integration durch Sport“ im Einsatz. Das Angebot wird bestens angenommen.

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Vier von zehn Saarländern sind Mitglied in einem Sportverein. Dennoch suchen viele Vereine händeringend nach Nachwuchs, um die Jugendsparten aufzufüllen. Die beiden Sportmobile von „Integration durch Sport“ sollen Kinder aus den Grundschulen den Sportvereinen näherbringen. Das hat mehrere Gründe: Neben dem bereits erwähnten gesuchten Nachwuchs hat Sport zahlreiche positive Auswirkungen: Die motorische und kognitive Entwicklung der Kinder wird gefördert, die Gesundheit gestärkt, Selbstvertrauen aufgebaut und soziales Verhalten verbessert. Die Angebote der Sportmobile sollen dabei allen Kindern zukommen, richten sich aber schwerpunktmäßig an Kinder aus sozialen Brennpunkten, mit Migrationshintergrund und mit Fluchterfahrung.

„Es geht auch darum, einen Blick auf die Kinder zu werfen und ihre Talente zu erkennen. Wir bieten mit den Sportmobilen Beratung und Schulung an“, erklärt Simon Kirch, Programmleiter von „Integration durch Sport“. Denn nichts ist frustrierender, als in einem Verein zu sein, wenn man sich den falschen Sport ausgesucht hat. Kinder müssen in diejenigen Vereine begleitet werden, die ihre Talente fördern und fordern.

Und so sind die beiden mit Geräten vollgepackten Sportmobile regelmäßig an den Grundschulen im Saarland unterwegs. Zehn Einheiten pro Woche schaffen die sechs erfahrenen Übungsleiter, die mit den Mobilen vor Ort sind. „Alle Übungsleiter sind erfahren, haben die nötige interkulturelle Kompetenz und sportfachliche Qualifikation und arbeiten eigenständig“, sagt Kirch. Die Übungsleiter sollen somit ihrer Aufgabe als Integrationshelfer in den organisierten Sport gerecht werden können. Drei der Übungsleiter können sogar ein sportwissenschaftliches Studium nachweisen. Für das laufende Schuljahr sind beide Sportmobile längst voll ausgebucht. Zudem gibt es bereits erste Anfragen für das kommende Schuljahr, für das noch Termine frei sind.

Bei der Arbeit an den Grundschulen wird, wenn möglich, ein Verein vor Ort mit eingebunden. „Wir wollen das Personal vor Ort sensibilisieren und Spielformen aufzeigen“, so Kirch. Auf diese Weise soll Nachhaltigkeit bei Schulen und Vereinen gleichermaßen erzeugt werden. Pro Schule sind für gewöhnlich sechs Wochen Laufzeit mit einer Einheit pro Woche geplant. Hinzu kommen Aktionstage, Wochenend- und Ferienaktionen, die ebenfalls zum Angebot gehören.

„Momentan sind wir in der Lage, das Angebot der Sportmobile kostenfrei zu halten“, erklärt Kirch. Nicht zuletzt liegt das an der Unterstützung der Sportstiftung Saar. Bislang gab es viele positive Rückmeldungen von den Trägern der Freiwilligen Ganztagsschulen. Kirch: „Sogar Eltern, deren Kinder nicht auf eine Freiwillige Ganztagsschule gehen, fragen an, ob ihre Kinder an unseren Angeboten teilnehmen können.“

 

Text: Tina Klinkner

Quelle: SaarSportMagazin Mai/Juni 2017 


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