Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz besuchte "Integration durch Sport" im Landessportbund Thüringen

„Integration ist ein Prozess von Jahren, wenn nicht sogar von Generationen“, Dieter Lauinger fand bei einem Austausch mit dem Sport im August klare Worte. So war sich der Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz mit den Vertretern von Stützpunktvereinen „Integration durch Sport“ sowie dem LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt einig, dass die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten in Thüringer Sportvereine eine langfristige Aufgabe ist. Entsprechend signalisierten beide Seiten ihre Bereitschaft zur Fortführung gemeinsamer Integrationsprojekte im Thüringer Sport.

Minister Dieter Lauinger (2.v.l.) im Gespräch mit LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt sowie Vereinsvertretern aus IdS Stützpunktvereinen und Mitarbeiterin Jana Conrad.
Minister Dieter Lauinger (2.v.l.) im Gespräch mit LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt sowie Vereinsvertretern aus IdS Stützpunktvereinen und Mitarbeiterin Jana Conrad.

Integrationsarbeit im Sport als langfristige Aufgabe - LSB verabschiedet Grundsatzerklärung

Der Thüringer Sport hat sich längst zu einer Willkommenskultur und zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft mit Mitteln des Sports bekannt. Dafür sollen auch in Zukunft Fördermittel zur Verfügung gestellt und Sportvereine in ihrer Integrationsarbeit unterstützt werden. Festgehalten sind diese Vorgaben in einer im Juni 2018 verabschiedeten Grundsatzerklärung zur Integrationsarbeit im Thüringer Sport.

Positive Entwicklung seit 2015

Unbestritten ist, dass Sportvereine einen großen Beitrag zur Integration leisten. Unabhängig von Herkunft und Religion sind tagtäglich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Thüringer Sportplätzen, in Schwimm- und Sporthallen aktiv und treiben gemeinsam Sport. Außerhalb der bürokratischen Wege entstehen persönliche Kontakte zu Einheimischen. Das gegenseitige Kennenlernen bietet ein großes Potential um Vorurteile abzubauen bzw. um keine entstehen zu lassen. Seit 2015 hat sich die Anzahl der im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ geförderten Stützpunktvereine in Thüringen verdoppelt. Gefördert werden die aktuell 66 Thüringer Sportvereine mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern für Bau und Heimat und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge über den DOSB. In den Jahren 2016 bis 2018 wurden allein für die Vereinsförderung über 300.000 Euro bereitgestellt. Weitere 172 Vereine, die regelmäßig Angebote für Geflüchtete unterbreiten, erhalten eine Förderung durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Insgesamt bekennen sich über 300 Sportvereine zur Integrationsarbeit und schaffen Angebote, Menschen mit Migrationshintergrund gezielt als Mitglieder aufzunehmen und über den Sport hinaus zu unterstützen.

Schnupperangebot zum Übungsleiter

Neben der finanziellen Förderung bietet der LSB Fortbildungen an. Im Bereich der interkulturellen Sensibilisierung nehmen Einheimische und Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam teil, zum Beispiel an den in der Landessportschule Bad Blankenburg stattfindenden Veranstaltungen „Fit für die Vielfalt“. Durch Fördermittel des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport konnten die LSB Thüringen Bildungswerk GmbH und der Bereich Bildung des LSB im Jahr 2017 einen Grundlagenlehrgang in der Übungsleiterausbildung anbieten, der sich gezielt an Menschen mit Migrationshintergrund richtete. Aktuell nahmen 14 Frauen und Männer an einer Übungsleiter C-Ausbildung teil, die ebenfalls speziell für diese Zielgruppe durchgeführt wurde. So entwickelt sich die Integrationsarbeit in den Vereinen weiter. Denn aus den Teilnehmenden an Schnupperangeboten für Geflüchtete werden Übungsleiter oder Integrationsbotschafter, die gezielt Aufgaben in ihrem Verein wahrnehmen.

Erfolgsgeschichten in Vereinen

Und immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund sind fest in Thüringer Sportvereinen als Mitglieder verwurzelt. Dabei gab und gibt es ganz unterschiedliche Wege, die durch die Ehrenamtlichen mit großem individuellem Engagement gegangen werden. Im SVC Nordhausen wurden von Anfang an in den Übungseinheiten nicht nur sportspezifische Fertigkeiten gelehrt, sondern auch die deutsche Sprache. Dies ist nach Ansicht der Trainer und Betreuer Voraussetzung, um heimisch zu werden und einen Arbeitsplatz zu finden. Der Erfolg rechtfertigt das Vorgehen: Bereits 17 der 21 eritreischen Mitglieder des Volleyballvereins wurden in Ausbildung und Arbeit vermittelt, drei besuchen die Schule. Damit sind die Sportler weiterhin vor Ort, im Verein aktiv und unterstützen die heimische Wirtschaft.

Im Jahr 2017 wurde die erste Cricketmannschaft Thüringens mit 15 Geflüchteten aus Afghanistan gegründet und als Abteilung beim SV 90 Niederkrossen heimisch. Mittlerweile spielt die Mannschaft in einer ostdeutschen Cricketliga. Die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen wurden gemeistert und öffentlich anerkannt. Beim Vereinswettbewerb „Sterne des Sports“ der VR Banken in Kooperation mit dem DOSB gewann der Verein den Silbernen Stern und wurde Vierter in der Bundeswertung.

Zudem sind durch Initiative des LSB seit 2016 fünf Fachkräfte „Integration durch Sport“ in den Regionen Nord-, Süd-, Ost, West- und Mittelthüringen angestellt. Sie sind die ersten Ansprechpartner für Sportvereine vor Ort, vermitteln Menschen mit Migrationshintergrund in Sportangebote und bringen unterschiedliche Akteure der Integrationsarbeit in den Regionen zusammen. Das Projekt wird durch das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz und dem Thüringer Landesverwaltungsamt gefördert.

Die Grundsatzerklärung und weitere Infos finden Sie online unter:

https://www.thueringen-sport.de/downloads/?L=0

 

 


  • Minister Dieter Lauinger (2.v.l.) im Gespräch mit LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt sowie Vereinsvertretern aus IdS Stützpunktvereinen und Mitarbeiterin Jana Conrad.
    Minister Dieter Lauinger (2.v.l.) im Gespräch mit LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt sowie Vereinsvertretern aus IdS Stützpunktvereinen und Mitarbeiterin Jana Conrad.
    Foto: LSB Thüringen
  • Während es in den ersten Jahren nach der gestiegenen Zuwanderung ab Herbst 2015 darum ging, Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund überhaupt den Zugang zum Sport zu ermöglichen, legen wir unseren Fokus inzwischen verstärkt darauf, dass diese nun auch Funktionen in den Thüringer Vereinen übernehmen. Rolf Beilschmidt LSB-Hauptgeschäftsführer
    Während es in den ersten Jahren nach der gestiegenen Zuwanderung ab Herbst 2015 darum ging, Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund überhaupt den Zugang zum Sport zu ermöglichen, legen wir unseren Fokus inzwischen verstärkt darauf, dass diese nun auch Funktionen in den Thüringer Vereinen übernehmen. Rolf Beilschmidt LSB-Hauptgeschäftsführer
    Foto: LSB Thüringen
  • Cricket – die Sportart wird seit 2017 auch in Thüringen gespielt. Der SV 90 Niederkrossen gründete die erste Abteilung in einem Verein, um Geflüchteten aus Afghanistan eine sportliche Heimat zu bieten.
    Cricket – die Sportart wird seit 2017 auch in Thüringen gespielt. Der SV 90 Niederkrossen gründete die erste Abteilung in einem Verein, um Geflüchteten aus Afghanistan eine sportliche Heimat zu bieten.
    Foto: LSB Thüringen

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