Zwei Tage voller Integration: Die Jahrestagung des Programms „Integration durch Sport“

Zwei Tage voller Diskussionen, Austausch und Input: So gestaltete sich die Jahrestagung des Programms „Integration durch Sport“ (IDS) im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) vom 31.3. bis zum 1.4.2017 in der Katholischen Akademie in Regensburg. Vertreter von Stützpunktvereinen und Integrationsprojekten, aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter des Programms beschäftigten sich zwei Tage lang intensiv mit dem Thema der sportlich-sozialen Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund in Sportvereinen. Neben interaktiven Vorträgen, Inputs und Workshops gab es auch im „Vereinsheim“ und beim „Vereins-Speed-Dating“ viel Raum für den Austausch der Teilnehmenden.

IDS-Jahrestagung 2017. Foto: Verweyen/IDS
IDS-Jahrestagung 2017. Foto: Verweyen/IDS

Förderungen und Projekte

Zentrale Themen der Veranstaltung waren die Förderbedingungen von IDS und das Projekt „Sport schafft Heimat“ in 2017. Dr. Malte Wulfinghoff, IDS-Bildungsreferent, und Katharina Kratzer, IDS-Bildungsreferentin und Projektkoordinatorin von „Sport schafft Heimat“ informierten die Anwesenden über aktuellen Entwicklungen, gaben Informationen und Tipps. „Wir freuen uns sehr, dass das Projekt „Sport schafft Heimat“ (s. bayernsport 2017 Nr. 9) auch in 2017 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr gefördert wird. Ziel der Projektpauschale ist es, das Engagement von Sportvereinen und Ehrenamtlichen zu unterstützen sowie die Teilnahme und Teilhabe von Geflüchteten an den Sportangeboten im Verein zu fördern. Und auch die interkulturelle Öffnung der Sportvereine hat das Projekt im Blick“, erläutert Kratzer.

Geflüchtete im Sport

Ein Input zum Thema „Geflüchtete im Sport“ von Plamen Nikolov, IDS-Bildungsreferent im Bezirk Schwaben, lieferte einen Überblick über die Asylpolitik und die aktuelle Situation Geflüchteter. Versicherungsrechtliche Vorgehensweisen, Unterstützungsmöglichkeiten, aber auch Möglichkeiten und Grenzen der Sportvereine wurden aufgezeigt und anschließend diskutiert.

Ein lebendiger Blick auf Afghanistan und Syrien

Bei interaktiven Vorträgen warfen Naji Baghdadi, Geflüchteter aus Syrien und Ehrenamtlicher bei IDS, und Andreas Dürr, Ethnologe an der Universität Tübingen, einen Blick auf Jugend, Kultur, Sport und Spiel in Syrien und Afghanistan. Die Anwesenden waren vom lebendigen Blick auf die beiden häufigsten Herkunftsländer von Geflüchteten in Deutschland fasziniert, rege Diskussionen und Nachfragen zog auch das syrische Spiel Zachta nach sich.

Erarbeitung zentraler Themen

In drei verschiedenen Workshops wurden Themen wie Erstellung eines Integrationskonzepts, Einbindung von Migranten und Geflüchteten ins Ehrenamt und Rassismus und Diskriminierung im Verein gemeinsam erarbeitet.

Speed-Dating und Austausch

Als Beispiel eines Stützpunktvereins für Integration, der sich im und außerhalb des Sports stark für Geflüchtete einsetzt, stellte sich der SV Hofkirchen vor. „Es ist bereichernd, von anderen Vereinen und Ehrenamtlichen im Sport ihre Erlebnisse und Erkenntnisse, die sie aus ihrer bisherigen Arbeit ziehen konnten, zu hören und sich mit ihnen darüber zu unterhalten. Das zeigt mir einerseits, dass ich mit meinen Themen und Herausforderungen nicht alleine bin und andererseits kann ich vieles für meine eigene Arbeit mitnehmen. Zu hören, wie in anderen Vereinen zum Beispiel Geflüchtete motiviert werden, selbst ehrenamtlich aktiv zu werden, ist für mich extrem spannend“, begeisterte sich Janina Zilk vom SV Burgweinting.

Beim „Vereins-Speed-Dating“ wurden schließlich die lustigen Themen rund um die Integration in den Vordergrund gerückt: schöne Erlebnisse, interkulturelle Fettnäpfchen, gelungene außersportliche Aktivitäten, aber auch verrückte Ideen, die die Vereine haben, die aber (noch) nicht zur Umsetzung gelangt sind.

Text: Laura Verweyen/IDS


  • IDS-Jahrestagung 2017. Foto: Verweyen/IDS

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