Beachtliche Entwicklung trotz Corona

Das Programm „Integration durch Sport“ kann in Bayern auf engagierte Stützpunktvereine bauen. Deren Jahresberichte hat die Beratungsfirma Kienbaum nun für den Zeitraum 2018 bis 2020 wissenschaftlich ausgewertet.

 

Die Intention des Programms „Integration durch Sport“ (IdS) ist es, sozial schwächere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchthistorie eine Möglichkeit zu eröffnen, sich sportlich zu betätigen oder auch selbst ehrenamtlich tätig zu werden.
Um dieses Vorhaben optimal zu begleiten, wurden sogenannte Stützpunktvereine installiert. Sportvereine, die es anstreben, integrative Gruppen, Projekte oder Angebote ins Leben zu rufen, werden hierbei vom Programm „Integration durch Sport“ finanziell und durch Beratung und Begleitung unterstützt.
Die Beratungsfirma Kienbaum wertete die Sachberichte von 274 Stützpunktvereinen im Zeitraum 2018 bis 2020 aus. Einige ausgewählte Aspekte sollen im Nachfolgenden vorgestellt werden.
So wurden im Rahmen dieser spezifischen Vereinsarbeit über 8.700 Neumitglieder explizit durch die geförderten IdS-Gruppen gewonnen. Selbst im Jahr 2020 konnte ein Zuwachs an Mitgliedern verzeichnet werden, was in Anbetracht der Situation eine beachtliche Entwicklung darstellt. Der Migrationshintergrund der Neumitglieder lag in allen drei Jahren bei über 50 Prozent. Besonders in den Bereichen Kinder, Jugend und junge Erwachsene konnte die Begeisterung für den Vereinssport geweckt werden.

Einem Großteil der Vereine ist es dabei auch wichtig, neue Übungsleiter zu gewinnen oder Personen mit Migrationshintergrund zu ermutigen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Hilfreich ist hier oftmals die Arbeit eines Integrationsbeauftragten des Vereins, der als Ansprechpartner zur Verfügung steht, Netzwerkarbeit leisten kann und in Fachfragen vom regionalen IdS-Bildungsreferententeam geschult und beraten wird. Interkulturelle Veranstaltungen, wie etwa Feste, Tage der offenen Tür und Turniere, sind in vielen Stützpunktvereinen eine feste Größe in der Jahresplanung und bieten einen Ort der Begegnung.
Über den Sport hinaus liegt den Vereinen auch die Begleitung ihrer Mitglieder in persönlichen Dingen am Herzen. So wird unter anderem beim Ausfüllen von Formularen sowie bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz Unterstützung angeboten. Zudem bestehen oft Kooperationen beispielsweise mit Schulen, anderen Sportvereinen und Helferkreisen, um eine optimale Förderung und Vernetzung zu gewährleisten. Eine Vielzahl an speziellen Angeboten für geflüchtete Personen bietet darüber hinaus eine Plattform sich kennen zu lernen und in einen Austausch zu kommen – auch ohne umfangreiche Sprachkenntnisse.

Die Kraft des Sporttreibens ist international. Sich sportlich zu betätigen, Techniken zu erlernen, Gemeinschaft direkt zu erleben, Erfolge zu feiern und Niederlagen zu meistern oder sich in Fairplay zu üben, zeichnen die Leidenschaft für den Sport aus.
Stützpunktvereine leisten hier einen wertvollen Beitrag, um sozial schwachen Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund oder geflüchteten Personen einen Einstieg anzubieten.
Vor allem die große Anzahl an Neuzuwächsen bei Kindern und Jugendlichen – unabhängig von der kulturellen Herkunft – legt wichtige Grundsteine für ein gelingendes Miteinander in Vereinsleben und Gesellschaft.